Pfadfinder

Mit den Renn- und Trainingsmöglichkeiten abseits des Asphalts ist das ja immer so eine Sache – entweder darf man nicht, will man uns nicht oder die Strecke ist jenseits des Regenbogens. Vor wenigen Wochen hatte sich eine Chance gegeben und Rainer hatte sich mit Michael Münch vom Team Freilauf ausgetauscht. Die nämlich waren so clever, um sich eine Strecke quasi direkt in der Stadt zu sichern. Dort kann man – alles im Rahmen – sich frei entfalten. Und warum nicht den MTB-Track auch noch crossfähig machen? Gesagt, getan. Unter kräftiger Hilfe vieler Hände und Maschinen steht der Kurs ab sofort für alle Trainingseinheiten am Mittwoch (oder auch am Samstag) bereit. Und überhaupt: Wer Zeit hat, kann und darf jederzeit. Fehlt nur noch das offizielle OK für unser Rennen dort. Ein dickes Danke an Michael Münch und all die anderen für den gnadenlos starken Support.

Noch mal Straße

Bevor wir uns alle beim Cross gepflegt im Matsch suhlen, hier noch zwei Straßenräuberinnen und -räuber. Jasmin war in Limburg und Karol in Hannover unterwegs. Jasmins Elite der Frauen war mit den Senioren 4 gemeinsam am Start – immer etwas unglücklich –, Sie hat sich aus allem nach eigenem Bekunden schön rausgehalten, um dann in der Schlusswertung, die ausschließlich unter den Frauen ausgefahren wurde, Platz 2 zu holen. 

Karol war nach zweiwöchiger Krankheit wieder am Start, konnt die vierköpfige Spitzengruppe zwar nicht halten, dann aber den 5. Platz beim Sprint des Feldes für sich gewinnen. 

Corso siegt in Hannover-Döhren

Mit einer faustdicken Überraschung endetet das Rennen der Elite-Klasse der Frauen in Hannover-Döhren. Jasmin Corso von der Zweirad-Gemeinschaft Kassel siegte vor den starken Bundesliga-Fahrerinnen aus Erfurt und Göttingen. Damit unterstreicht sie ihre aktuelle Top-Form und landet nach dem Sieg im prestigeträchtigen Schottener MTB-Rennen nun auch auf der Straße. 

Derzeit ist sie wohl die schnellste Frau Nordhessens und Südniedersachsens auf dem Rad – Jasmin Corso von der Zweirad-Gemeinschaft Kassel überzeugt sowohl auf dem Mountainbike wie auf dem Rennrad. Und egal wie stark die Konkurrenz mit Bundesliga-Niveau ist, Corso hatte auf alle Attacken der Konkurrentinnen in den letzten Rennen immer die besseren Antworten. So auch in Hannover-Döhren.

Der rechteckige Kurs mit vier 90-Grad-Kurven gilt unter den Fahrerinnen als nicht gerade beliebt, besonders bei Nässe entwickelt sich in den Kurven ein schwieriges Hauen und Stechen. So war es auch an diesem Samstag. Mit ihrer starken Technik hatte Corso zwar an diesen Stellen ein deutliches Plus zu vielen anderen Fahrerinnen, diese aber gaben ihre jeweilige Linie nicht kampflos auf. Die Folge: zermürbende Positionskämpfe hart am Fairness-Limit. Derart intensiv, dass Corso sich schon damit abgefunden hatte, das Rennen mit einem ordentlichen aber ungefährlicheren Platz im Mittelfeld abzuschließen. 

Doch jede Attacke im Feld konnte sie kontern und fuhr sich aufreißende Löcher zu, ohne dabei an die Leistungsgrenze gehen zu müssen. Und in der letzten Runde kam erneut die erwartete Attacke und eine kleine Führungsgruppe bildete sich. Corso zog nach, die Beine waren noch gut, und dann bog man bereits auf die Zielgerade ein. Und nun: Wind, der die Führenden ausbremste. Perfekt, um aus dem Windschatten den Geschwindigkeitsüberschuss zu nutzen. Also allen Mut zusammengenommen und einfach weitergetreten – Corso düpierte auf der Zielgeraden die Führenden und überquerte als Erste den Zielstrich. Ein taktisch erstklassiger Coup der Kasseler Fahrerin, die eine überraschte Konkurrenz hinter sich ließ. 

DM Genthin

Zeitfahren war in Genthin angesagt. Für die ZG waren in der U15 Karol für den 4er des LV Hessen und Sophie für das Paarzeitfahren am Start. Beide Teams standen unter einem eher unglücklichen Stern an diesem Wochenende.

Die Mädels hatte es am stärksten getroffen. Sophie reiste mit einem frisch gebrochenen kleinen Zeh an und zu allem Überfluss kränkelte Jana Sofia auch noch ein wenig. Dazu lediglich eine Trainingseinheit, um sich aneinander zu gewöhnen – wer wollte da noch irgendwelche Ansprüche stellen? Dennoch haben die beiden sich nach Kräften reingehangen und durften nach 10 Kilometern im Ziel zufrieden mit ihrer Leistung sein. Wenig schmackhaft dagegen der Kommentar sowohl hierzu wie auch am Landesverband aus weiteren hessischen Reihen; etwas peinlich, aber da scheint im Süden extrem viel Porzellan in der Vergangenheit zerschlagen worden zu sein. Da halten wir uns im Norden besser mal raus und konzentrieren uns auf die Kids. Unsere Meinung: Jede(r), der/die an diesem Tag auf der Strecke war, hat den vollsten Respekt verdient. 

Weiter ging’s mit den Jungs. Im Vergleich zur KidsTour in der Vorwoche in Berlin musste das Team umgekrempelt werden. Für Jermain und Tim kamen Benjamin und Kimi hinzu, Louis und Karol bildeten die bekannte Speerspitze. Dumm nur, dass es gerade unter diesen beiden Erfahrenen Karol erneut mit einer leichten Erkältung erwischte. Vom Start weg versuchte Louis den 4er unter Kontrolle zu halten, was er mit gewohnter Klasse auch schaffte. Kimi und Benjamin hauten auf den 20 Kilometern wirklich alles raus und die Wechsel sahen bis zur Wende auch nicht übel aus. Gerade diese aber klappte nicht perfekt, Karol war viel zu früh dran. Auf den nächsten Kilometern verpasste er es dann leider einige Male, etwas länger im Wind zu fahren, um Louis zu entlasten. Schließlich erwischt es Benjamin, der nach starker Arbeit abreißen lassen musste und der Dreierzug fuhr Richtung Ziel. Nach großem Kampf von Kimi auf den letzten Metern und dank Louis´ gigantischen Qualitäten im Wind stand dann im Ziel eine um 3 Minuten verbesserte persönliche Zeit zum Vorjahr auf dem Zettel. Dass dann die Platzierungsliste »nur« einen 12. Platz ausspuckte – so what?

Danke an das LV-Team um Enrico und Max und alle anderen hinter den Kulissen. Die Hessen haben alles gegeben, um sich so teuer als möglich zu verkaufen. Und aus ZG-Sicht: Für Sophie eine tolle Erfahrung, die noch mehr Motivation für die Zukunft geben wird. Und Karol sollte jetzt definitiv um seine Qualitäten wissen, die er dann sicher im kommenden Jahr noch cleverer einsetzen wird. Toll gemacht, ihr beide.

DTour 2019

Vier Etappen auf hohem Radsportniveau, die DTour 2019 hatte was und wird sicher dem Radsport in Deutschland eine große Hilfe sein. Schließlich färbt der Profisport immer auch in den Amateur- und Breitensport ab. Wir hatten “unseren” Streckenabschnitt in Espenau-Hohenkirchen gewählt. Hier, wo wir die 3 Tage ohne Panne immer Sonntags mit einem Straßenrennen ausklingen lassen, kennen wir uns schließlich am besten aus. Und was gibt es schöneres, als die Profis mal über unsere Zielgerade schießen zu lassen? Hat uns Spaß gemacht.

Quo vadis, MTB?

Es war erneut Marathon-Zeit in Zierenberg. Ein MTB-Spektakel, dass jährlich Hunderte ins beschauliche Zierenberg lockt. Oder doch nicht? Wir sind mit unseren Fahrerinnen und Fahrern auch in diesem Jahr auf quasi allen MTB-Veranstaltungen der unmittelbaren Umgebung gewesen, auch wenn MTB nicht unser Mega-Fokus ist und für uns Spaßhaben an erster Stelle bei den Wettbewerben steht. Dennoch: Wenn so etwas schon vor unserer Tür stattfindet, dann wollen wir das auch unterstützen. Nur hatten wir schon das gesamte Jahr über das Gefühl, dass im Mountainbike-Sport irgendwas nicht stimmt. Die Teilnehmerzahlen fanden wir für derart gut und aufwendig organisierte Rennen eher mäßig, um es nett zu formulieren. Auch im Nachwuchsbereich der U15 bis U17 scheint es nicht mehr der ganz große Knaller zu sein – so das Gefühl. 

Und in Zierenberg wurde unser Gefühl bestätigt. 356 Starter, so wenig wie noch nie seit 2015 und ein Rückgang um satte 31% zum Vorjahr (laut time & voice). Bei besten Wetter auch noch, schlimmer geht’s kaum. Wo um alles in der Welt so das hinführen? Ja sicher, ein MTB-Marathon verlangt vor allem von den Betreuern und Eltern eine Menge ab – kaum ein Sport ist für Zuschauer wohl derart langweilig. Die Jungs und Mädels hauen am Start ab und man sieht sie eine Stunde später wieder. Zwischendrin heißt es dann Kaffee trinken, Kuchen essen, klönen und das Wetter genießen, so es denn schön ist. Muss auch nicht jeder haben. Dennoch: Wer sich als Jedermann, Neueinsteiger oder im Nachwuchsbereich ganz unverkrampft mit anderen messen will, für den sind solche Veranstaltungen doch toll. Finden wir jedenfalls. Daher stupsen wir unsere Fahrerinnen und Fahrer auch immer auf solche Rennen. Darf man auch ruhig mal als Straßenfahrer ins Programm aufnehmen, schult die Technik. Aber auch wir merken an der Resonanz in den eigenen Reihen, dass es dünner wird. 

Nun aber Schluss mit Endzeitstimmung, wer war für unsere schönen Farben am Start? Philipp, Adrian, Rainer, Fabian und Jannis auf der Kurzstrecke. Ebenfalls dort am Start: Maurice und Gian-Luca in der U17 und Jan in der U15. Und alle haben sich richtig klasse geschlagen, lediglich Adrian hat leider das Ziel nicht erreicht. Jan wurde Zweiter, Maurice gewann vor Gian-Luca, Rainer wurde 10, Jannis 12, Philipp wird Vierter und Fabian 25. Sehr gut gemacht, Männers. Applaus. 

PS: Am 08. September ist Ruestebergrennen in Niestetal!