Orientierungslos nach vorn

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Orientierungslos nach vorn

April 17, 2016 Rennsport 0

Der Kellerwald-MTB-Marathon war in diesem Jahr eine Schlammschlacht, manche meinen, das wäre schon immer so gewesen – also: alles wie immer. Und dies auch bei den von den ZG-Fahrern erzielten Ergebnissen. Gut sind unsere Dreckspatzen gefahren. Und das Beste: Wir hatten unseren Nachwuchs auf der Strecke, der sich zum ersten Mal überhaupt in einem Rennen beweisen konnte. Oskar Scholle, Philipp Heringhaus und Phillip Schumacher sind prima losgekommen und wurden im Voraus auch von Rainer bestens eingestellt.

»Bleibt zusammen, fahrt nicht zu schnell, denn 25 Kilometer können sehr lang im Wald werden und jeder nimmt ein Handy mit, damit ihr anrufen könnt, wenn etwas schief geht«, lauteten die Ansagen unseres Jugendwartes. Ansagen, die gehört und umgesetzt wurden. Leider kam dann tatsächlich nach etwa 1,5 Stunden ein Anruf: Einem Philipp war gar nicht mehr zu fahren zu Mute. So wurde er aus dem Kellerwald erlöst und auch der Grund war schnell gefunden – kein Frühstück, dann die Anstrengung und der Rest Energie landete auch noch im Wald. Kopf hoch, Philipp Heringhaus, beim nächsten Mal dann mit sehr gutem Frühstück und schon wird’s klappen. So wurde also aus dem Trio ein Duo, das aber mit einem großen Grinsen in den verdreckten Gesichtern nach 2:03 Stunden im Ziel ankam. Gratulation, Oskar und Philipp, toll gemacht. Am 1. Mai gibt es beim Zollstockrennen in Kaufungen die nächste Chance sich zu bewähren. Ihr macht das schon, da sind wir uns sicher. Und die restlichen Vier?

Rainer fungierte sozusagen als Alterspräsident und lotste Ben und Jannis über die Sprintstrecke. Jannis stellte sich dabei etwas cleverer als Ben an und fuhr ohne Probleme und mit erstklassigem Einsatz in 1:11 als fünfter seiner Altersklasse ins Ziel – sah sehr gut aus, Jannis. Weitermachen. Vor ihm rollte Rainer – auch schon mal auf einem Rad – als zweiter seiner Altersklasse in 1:08 Stunden ins Ziel. »Warum nur tue ich mir das immer noch an?«, wollen wir von dir nicht mehr hören. Es macht dir doch Spaß, gib es zu. Axel Herbrich, unser Mann für die ganz langen Distanzen. So lang, dass wir ihn einfach schwer auf dem Schirm behalten. Oft duckt er sich unter unserem Radsportradar hindurch und zieht sein Ding durch – und das mehr als gut. Im Kellerwald verfährt er sich definitiv nie und kennt jedes Matschloch. Gigantische 120 schmutzige Kilometer, glitschiges Gras, tiefer Morast: Axel benötigte dafür “nur” 6:43 Stunden und belegte einen hervorragenden 3. Platz in seiner Alterklasse. Klasse, Axel.

Schließlich noch das Rennen der Orientierungslosen. Schnell und wirr als Motto. Und so fuhr eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Ben und fuhr und fuhr und fuhr, bis sie schließlich Verdacht schöpften. »Scheiße, wir sind falsch«, rief es aus den heißeren Kehlen der navigationslosen Männer und es ging wieder zurück. Sofort im Anschluss an den Sieger und die folgenden Fahrer kamen vier von ihnen ins Ziel, was die Jury, in Absprache mit dem tatsächlichen Gewinner, Jörg Redeker, dazu veranlasste, gleich fünf erste Plätze in 1:02 Stunden auszuloben. Sehr fair von Jörg, wenngleich es auch vollkommen in Ordnung gewesen wäre, wenn es nicht so gekommen wäre. Wer blind Rad fährt, der macht schließlich etwas falsch. Dazu gab es als Bonbon für Ben noch den Sieg in der U19, ganz ohne Juryentscheidung. Fazit: Extrem viel Schlamm, miserables Wetter zu Beginn, Sonne am Ende und ein schönes Ergebnis. Nächstes Jahr kommen wir wieder.