Alles auf Rot

Wir schreiben das Jahr 2022 und alles bleibt gleich: Eine Wertung für die gesamte Serie. Am ersten Renntag der Elite, Amateure und der U19 war das Feld in Rot gehüllt. Neben der starken Truppe der MT Melsungen waren noch weitere Vereinsfarben in Rot am Start. Da fühlte man sich Gelb-Blau schon fast ein wenig verloren. Anders in der U19, hier bildeten unsere Jungs die größte Gruppe – und die Hälfte fehlte sogar noch wegen Urlaub.

Die U19 machte sich auch als Erste auf die Reise. Sofort legen Karol und Alexander Goetz von der RSG Buchenau unwiderstehlich los. Keine Chance für Gian-Luca, Kalle, Kevin und Darius Wille von der MT Melsungen, eines der beiden Hinterräder zu halten. In die erste Wertung retteten sich aber fast alle der U19. Hier zeigte Alexander Goetz seine ganze Sprintklasse und verwies Karol auf den zweiten Platz. Platz drei sicherte sich Darius Wille in nach einem harten Infight mit Gian-Luca nahe der Teerkante. “Tür zu machen” nennt sich das gewagte Manöver. Cebula und Goetz konnten in die Elite-Klasse einfahren und kamen mit diesem Feld bis ins Ziel. In den Zwischensprints klare Vorteile für Cebula und ebenso eindeutig der Vorsprung im Zieleinlauf. Starker Sieg für Karol vor Goetz und Wille.

Die Felder der Amateure und Elite sind leistungstechnisch in dieser Saison kaum voneinander zu unterscheiden. Hier darf sich der BDR gerne fragen, inwieweit sich die Regelung des Auf- und Abstiegs überhaupt bewährt hat. Unserer Meinung nach viel Rauch um überhaupt nichts; die Klasseneinteilung davor war noch sinnvoller. Daher unser Aufruf nach Frankfurt: Beendet dieses krude Drama, kein Neueinsteiger wird hierdurch zusätzlich motiviert, Rennen zu fahren. Letztlich kann man Elite und Amateure zusammen starten, dies wäre in der derzeitigen Situation günstiger für Fahrer und Veranstalter.

Einige Ausreißversuche gab es sowohl aus dem MT-Lager als auch von weiteren Fahrern. Anders als in den Vorjahren war – bis auf eine schön heraus gefahrene volle Wertung von Leonid Berlitz von der MT – kein weiterer Versuch wirklich erfolgreich. Das Feld schlug insgesamt eine hohe Pace an; zu schwer, um sich alleine auf den Weg zu machen und vielleicht sogar eine Überrundung anzupeilen. “Eigentlich war ich da, um meine Jungs zu unterstützen, aber die MT-Fahrer haben das clever gemacht. Dagegen war nichts zu machen”, sagte Sascha Jakat von der RV 1899 Hochheim, der auf Platz 4 fuhr. Und damit hatte er recht. Zu jedem Zeitpunkt hatte die Truppe von Roman Kuntschik und Vitus Obermann das Geschehen im Blick. Kuntschik sicherte sich am Ende ungefährdet den Sieg, während Patrick Altefrohne von TV Friesen Telgte sich dank den wertigeren letzten Punkten hauchdünn vor Obermann behaupten konnte. Fleißpunkte im “Zeigen” durften sich noch Dominik Hofeditz vom RSC Fuldabrück und André Hildmann von der ZG Kassel an das Trikot heften.

Ein schöner Auftakt bei feinstem Rennwetter. Wir hoffen, dass auch die Rennen der Frauen, Senioren und der U-Klassen so gut besucht sind und dass wir das ganz Jahr so feinen Radrennsport mittwochs sehen dürfen. Dank auch an Bastian Schalk für viele schöne Bilder.