Wilder Wind

Es pustete mächtig bei der 42. Auflage der “Nacht von Fuldabrück”. Die ZG hatte in vielen Rennen FahrerInnen am Start, dennoch ist das ausbaufähig.

Das erste Mal passen mussten wir in der U13 – eine Klasse, bei der wir schon lange daran arbeiten, Kids vom Radrennsport zu begeistern – bislang mit keiner guten Resonanz. In der U15 hatten wir dann mit Bosse einen Starter. Nach einem einzigen Rohloff-Cup-Rennen in Fuldabrück am Start, war das Rennen dazu da, um Erfahrung zu sammeln. Die Konkurrenz aus Gera und Jena war exzellent (Sieger in der Mannschaft und im Madison beim BDR-Sichtungsrennen) und Joshua Sandrock von der MT ist Bosse einfach noch eine Vielzahl von Rennen voraus. Hinzu kommt, dass er der jüngere Jahrgang ist und nahezu alle anderen Starter älter waren. Allen Widrigkeiten zum Trotz fuhr Bosse ein richtig gutes Rennen und sicher durch alle Kurven. Platz 6 mit viel Applaus. Gut gemacht, Bosse.

In der U17 ist Karol bekanntermaßen bärenstark in den Rennen. Mit ihm ging Leopold in sein erstes Rennen überhaupt. Und weil sich das alles so schick für Leo anfühlte, gab er von Anfang an mächtig Gas – keine allzu clevere Idee, wie sich zur Rennmitte herausstellte. Leo ging mit einem ganz flauen Bauch und ausgepowert aus dem Rennen. Nicht schlimm. Auch hier gilt: eine wichtige Erfahrung. Beim nächsten Mal schön ruhig angehen und die anderen machen lassen, richtig essen und ganz locker fahren. Dann wird das schon.  Da sind wir uns mehr als sicher. Karol kam auf einen sehr guten 4. Platz in einer starken Konkurrenz. Toll.

In der U19 war Gian-Luca erst auf 6-Etappen-Fahrt in Italien (langer Bericht folgt noch) und musste sich wieder in diese kurzen und scharfen Rennen einfinden. Das war alles andere als leicht, war doch auch hier die Konkurrenz auf absolutem Top-Niveau. Am Ende Platz 5 für ihn. Gian-Luca kann bei entsprechender Vorbereitung in 2022 durchstarten. Gleiches gilt für Annika. Sie muss sich jetzt schon mit den Frauen rumschlagen, weil außerhalb von Bundesligarennen kaum noch U19-Konkurrenz auf den Strecken ist. An diesem Sonntag war für sie nicht viel zu holen. Körperlich nicht topfit ist solch ein Kurs eine gigantische Herausforderung. Dennoch super durchgekämpft. Dazu wird sie in diesem Jahr die Cross-Saison nutzen und Unterstützung von Jasmin 2022 mit viel Elan und Power angehen können. 

Senioren 3 und 4. Niemand von der ZG am Start. Wie Schade, dabei haben wir doch eine Fülle an Sen3-Fahrern. Jungs, das muss beim nächsten Mal eindeutig besser werden. 

Die Elite Frauen sind eine Bastion von Jasmin. Auf sie ist immer Verlass, selbst dann noch, wenn sie von einem Sturz vom MTB-Rennen am vergangenen Wochenende in Großalmerode noch schwer genervt ist. Und Jasmin lieferte richtig. Ging mit drei weiteren bärenstarken Frauen vorne raus und war bis zum Ende mit von der Partie. Am Ende ein starker Platz 3 und die Gewissheit, dass ihr im Bezirk keine Frau das Wasser ansatzweise reichen kann. Auf das Niveau würden wir Annika nur zu gerne hieven und Jasmin zur Seite stellen. Bombe, Jasmin.

Besser hätte es auch bei den Amateuren von der Anzahl werden können, da aber wurden wir ziemlich ausgebremst. Ben ist seit Wochen im Zwischenprüfungsstress und fast rund um die Uhr in Südhessen, Tobias kurzfristig krank geworden, Moritz und Steffen nicht gemeldet und Felix gerade im Tief – da hing alles an Lukas. Und der drehte mächtig auf. Hinter den beiden Ausreißern war er es, der mithilfe eines weiteren Fahrers zumindest etwas versuchte. Später war er immer  vorne im Feld mit dabei, immer aufmerksam. Am Ende reichte es nur ganz knapp nicht für Platz 3. Eine ganz tolle Leistung von Lukas. Wir sind schwer begeistert.

Kurz war der Ausflug von André in der Elite. Samuel war zwar auch vor Ort, der aber hatte sich beim Kinderquatsch den Fuß so ramponiert, dass mit Fahren nicht zu rechnen war. Wo er aber schon mal wieder in Kassel und Umgebung war, hat er sich einige Rennen angesehen und man konnte sich endlich mal wieder live austauschen. Schön. Zurück zu André: Er bekam den Preis “Größter Löcherzufahrer aller Zeiten (GröLaZ)” an diesem Tag, mehr war aber nicht zu holen. Das Rennen war komplett zerfahren und der Wind mittlerweile so brutal auf der Gegengeraden, dass es nix zu gewinnen mehr gab. Gründe genug für ihn, sich ein DNF abzuholen. Schade. 

Fazit: Es wird Zeit, dass wir die Straßensaison abschließen. Für die “Kurzen” gibt es am kommenden Wochenende noch mal eine Hessische Meisterschaft. Danach auch für sie und alle anderen schon jetzt: Holt den Crosser aus dem Keller und lasst uns im Matsch zusammen ein wenig spielen. Spaß haben, das Ganze nicht zu ernst nehmen und dazu neue Erfahrungen gewinnen. Freut euch drauf. 

Bergauf in Melsungen

Die MT Melsungen veranstaltete am Samstag ein Bergzeitfahren mit 5 Kilometer Länge, bei dem gleichzeitig die BezirksmeisterInnen gesucht wurden. Für unsere Kletterkünstler Moritz und Leopold hätte es durchaus ein Schluck länger sein dürfen, aber auch so lieferten beide eine prima Vorstellung ab.

Moritz fuhr in der U23 auf Platz 2 hinter Sebastian Müller vom RRC Endspurt Mannheim, im Bezirk brachte ihm das den Sieg ein. Eine klasse Leistung von Moritz, der aktuell in einer richtig guten Form ist – daher war das Podium an dem Tag schon ein klein wenig vorprogrammiert. Und wenn der kleine Zuck zum falsch Abbiegen nicht gewesen wäre, wer weiß… Am Ende fehlten nur 5 Sekunden. 

Leopold fehlten ein paar Sekunden mehr, kein Wunder aber, denn die deutsche Nummer eins der U17, Max Bock, ballerte mit Tagesbestzeit (unter allen Altersklassen) den Berg nach oben. Dagegen war kein Kraut gewachsen. Ein vieter Platz aber im ersten Rennen überhaupt und dazu Platz 2 im Bezirk – eine ganz tolle Leistung. Da sind wir doch sehr gespannt, wie sich Leo in Zukunft entwickeln wird. 

Eine ganz andere Richtung schlug Kevin in der U19 ein. Gerade, weil es wohl Heim-Terrain führ ihn war, hatte er scheinbar Lust auf Verfahren und einen Kilometer mehr auf der Uhr zu haben – so ist schon den größten Könnern passiert. Dennoch Platz 3 und im Bezirk Platz 2. Weiter so. 

Auch sehr speziell, Lukas. Bei den Amateuren suchte er die passende Herausforderung und fand sie in einem kurz vor dem Start gerissenen hinteren Schaltzug. Was tun? Im Single-Speed-Modus den Berg nach oben. Am Ende stand glatt eine prima Zeit und Platz 6; im Bezirk Platz 3. Erstaunlich.

Und noch Tobias bei den Amas sowie Annika, die als U19erin bei den Frauen an den Start ging: Tobias fuhr eine sehr ordentliche Zeit; ist noch ein wenig Luft nach oben, andererseits ist das sicher nicht sein Spezialgebiet – im Lead-out auf der Straße hat er ja schon seine Profiqualitäten gezeigt 😉 Annika kämpft sich nach zähen Verletzungsmonaten wieder Rennen für Rennen heran, alles gut bei ihr. Dazu 90 Sekunden schneller, als bei ihrem ersten Versuch auf gleicher Strecke. Kann sie sich ordentlich auf 2022 vorbereiten, könnte das ein flottes Radjahr für sie werden. 

Zum Schluss Erster

Das war es für diese Saison im Rohloff-Cup. Mit dem 8. Rennen und der Elite, den Amateuren und der U19 verabschieden wir uns fürs Erste aus 2021 (mal schauen, was wir für euch Aktive in den verbleibenden Monaten des Jahres noch auf die Beine stellen können). Die Zweirad-Gemeinschaft Kassel bedankt sich bei den vielen Fahrerinnen und Fahrern, die teils enorme Anreisen auf sich genommen haben um bei uns „im Kreis zu fahren” – danke, danke, danke. Insgesamt konnten alle Rennen reibungslos über die Bühne gebracht werden und waren die Ergebnisse, dank Zielkamera, immer objektiv und korrekt. Auch das Wetter hat 7 ½ mal mitgespielt. Mittwochs in Hertingshausen ist eben ein gutes Pflaster. Wir sehen uns in 2022.

Und nun der Spocht. Schnell war’s. 45 km /h zeigten die Radcomputer am Ende im Durchschnitt an. Verantwortlich dafür der gemeinsame Start von Elite und Amateuren. Immer wieder zogen einzelne Fahrer das Feld lang, bis zur Hälfte des Rennens dann eine Attacke von Philipp Küllmer vom Team Erdinger Alkoholfrei, dem enorm aktiven Hans Hutschenreuter von der MT Melsungen sowie Benedikt Becker vom Team Bonträger-Hanau Erfolg hatte. Die drei setzten sich teilweise mit bis zu 30 Sekunden Vorsprung ab, konnten das Feld aber zu keiner Zeit in die Bedrängnis einer Überrundung bringen. Denn: Auch dahinter wurde weiter schnell gefahren. Die Vielzahl an hochklassigen Startern machte den beiden zahlenmäßig größten Teams in Rot sowie Blau-Gelb das Leben leichter, mussten sie sich nicht zu stark in die Führung einbinden lassen. Beide Teams hatten stets einen Fahrer zur Kontrolle im vorderen Bereich, während alle weiteren den Windschatten in voller Breite genießen durften. 

Die erste Entscheidung des Abends stand an, der Sprint der Amateure. Und der wurde mustergültig von den Fahrern der ZG Kassel gefahren. Während Tobias Friedrich sofort Ausgangs der Kurve Start/Ziel mächtig aufs Tempo drückte, um auf der Gegengeraden erst gar nicht in Positionskämpfe mit weiteren Fahrern zu kommen, zog er Ben Völker und danach alle anderen am Hinterrad mit sich. Mit knapp 50 km/h ging der Zug wie an einer Perlenkette durch die letzte Kurve auf die Zielgerade. Friedrich musste noch einmal alles geben, bis Völker aus dem Windschatten ausbrach und mit vollem Speed Richtung Zielstrich sprintete – ein klasse Sieg. Diesen Antritt hatte der starke Christian Herr von der MT Melsungen einen Tick zu spät erkannt, ihn trennte am Ende ein knapper Meter von Völker, Platz 2. Den dritten Platz konnte sich der Pfälzer Erik Danner vom RadTeam Danner in einer ganz knappen Entscheidung sichern. Für Ben Völker seit einer gefühlten Ewigkeit wieder ein Platz auf dem Podium in einem Straßenrennen und dann gleich ganz oben in so einer starken Konkurrenz – wir freuen uns für ihn. 

Es folgte der Einlauf der Elite. Hans Hutschenreuter hatte bereits eine Menge Führungsarbeit hinter sich – in seiner ganz eigenen Art mit einem schweren Gang und geringer Trittfrequenz kann er hohe Wattwerte mobilisieren und lange halten. Becker und Küllmer waren das gesamte Rennen über mächtig gefordert, um dieses Tempo mitgehen zu können. Kurz vor dem Ziel eine erneute Tempoverschärfung, bei der Becker abreißen lassen musste. Auf letzten Metern hatte dann Küllmer das entscheidende Körnchen weniger verschossen und holte sich den Sieg vor Hutschenreuter; Becker wurde Dritter. Mit dem Sonnenuntergang fuhr die U19 ins Ziel. Jonathan Rottmann vom Team Fujibike Rockets sowie Jonas Pfeiffer von den Reinheim Rockets freuten sich über den massiven Windschatten der „Großen„ und konnten das Tempo im Rennverlauf gut mitgehen. Für Alexander Hart von der MT Melsungen kam ein so schnelles Rennen noch eine Kleinigkeit zu früh, nach wenigen Runden musste er abreißen lassen. Gina-Luca Böer von der ZG Kassel fühlt sich dagegen von Rennen zu Rennen wohler im schnellen Feld, erst ganz zu Ende des Abends war es auch für ihn zu flott. Den Sprint Royal gewann Rottmann vor Pfeiffer. Dritter wurde Böer, Vierter Hart. 

Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Kraxeln

Der Eisenberg rief erneut zu den Hessischen Meisterschaften im Bergzeitfahren. Der Anstieg mit kurzen 5 Kilometern Länge und kernigen Steigungsprozenten dürfte eher unter die Kategorie „Bergsprint“ fallen – ein Rennen ausschließlich für Spezialisten. Wenn wir es uns aussuchen dürften, dann wären uns mehr Kilometer und ein Hauch weniger Steigung für eine HM zwar lieber, aber: In diesen Zeiten mit immer weniger Rennen sind viele Sportler froh über fast jedes Angebot. Dazu kommt, dass der veranstaltende RSV Bad Hersfeld erneut eine tolle Veranstaltung und exzellente Orga auf die Beine gestellt hat, Daumen hoch, Jungs, Applaus.

Die Strecke? Konnte mal wieder nicht abgesperrt werden (Hallo Verwaltung und Politik, wann wacht ihr endlich auf und unterstützt den Radsport so, wie ihr andere Sportarten auch unterstützt? Wir brauchen nicht viel. Etwas Wohlwollen und unbürokratisches Handeln genügen meist.) Und weil wir gerade im kleinen „Mäkel-Modus“ sind: Hallo HRV, Startverbot für andere Veranstaltungen an diesem Tag bei solch einem extrem speziellen Event? Das geht gar nicht, finden wir weniger lustig. Beendet den Quatsch bitte in 2022. Von unserer ZG standen fünf SportlerInnen am Start, von denen die wenigsten größere Ambitionen am Berg haben. Wir sind nämlich glatt der Meinung, dass man auch mal Rennen fahren darf, wenn man keine Chancen auf einen klasse Platzierung hat. Wollten alle nur starten, wenn Platz 1 lockt, können wir uns die Veranstaltungen gleich schenken. 

Jetzt aber Sport: Los ging’s mit Karol in der U17. Der Mähdrescher war gerade außer Sicht und die Ordner fleißig (und oft erfolgreich) am Umleiten der Pkws, flog Karol den Berg hinauf. Nach 16:08 Minuten war der Rückstand mit etwa 1:20 Minuten auf den schnellsten Hessen, Ferdinand Beirig, zwar eindeutig, aber der dritte Platz ist auch gut. Prima von Karol. Dann die Frauen und Juniorinnen. Annika war die einzige Starterin in der U19w, keine schöne Erfahrung für sie und kein gutes Zeugnis für den weiblichen Radsport in Hessen. Die erste Rennhälfte lief gut, vielleicht schon fast zu gut, und so fehlten am Ende die Körner für ein Resultat unterhalb von 21:50 Minuten. Dennoch viel Applaus für Annika, wir hoffen, dass sie im kommenden Jahr mit weniger Verletzungspech kontinuierlicher an ihrer Radperformance arbeiten kann – da freuen wir uns schon drauf.

Noch drei unserer Jungs wollten nach oben. So Gian-Luca in der U19. Alles andere als ein Bergspezialist, ging er voll motiviert auf die fünf Kilometer. Mit 17:46 Minuten durfte er zufrieden sein. Viel schneller wäre selbst bei massivem Trainingseinsatz auch nicht drin gewesen, Platz 6. Dann Ben in der U23. Schon die Wahl des Rads zeigte, dass er ausschließlich Rennkilometer sammeln wollte – das Cross-Rad bot ihm dafür die beste Übersetzung. Im Ziel mit 17:21 Minuten eine ordentliche Zeit, da gibt’s nicht viel zu meckern. Als Letzter war Moritz an der Reihe. Bei ihm wäre unter normalen Umständen sicher sehr viel mehr möglich gewesen, aber 3 Wochen ohne ernsthaftes Radtraining, Krankheit, zweite Impfung – da waren 15:53 Minuten doch Ok. Platz 5. 

Alles in allem also ein zufriedenstellender Renntag, dazu haben sich Bernd und Roman am Start eingebracht und geholfen. Passt. Übrigens: Am Tag darauf hätte eigentlich die HM TT stattfinden sollen. Was war denn da los? Da hätten sich unsere SportlerInnen auch sehr drüber gefreut. Kommunikation ist was Feines, sollte man von Seiten LV und Bezirk mal wieder stärker machen.

Karol auf Kurs

Viel zu tun gab es für Karol in der U17 in den vergangenen Wochen. Konnte er in den Rennen unter der Woche beim Rohloff-Cup schon zeigen, wie gut er auch gegen starke regionale und überregionale Konkurrenz fährt, so wurde das in Offenbach noch deutlicher. Noch kurz zuvor vom Guntersblumer Max Bock am Mittwoch Abend auf Platz 2 verwiesen, hatte Karol im Zielsprint in Offenbach die Nase vorn. Erneut ein zweiter Platz für ihn, aber vor Bock.

Dann folgte das Etappenrennen in Ronneburg. Dieses soll in Zukunft der Ersatz für das legendäre Weilburger Event sein, das in der Vergangenheit Maßstäbe setzte, von späteren Profis gewonnen wurde und immer auch Fahrer aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark oder auch Frankreich anzog. Die 3 Etappen an zwei Tagen hatten es auch in Ronneburg in sich. Ein Rundstreckenrennen, ein Bergzeitfahren sowie ein Straßenrennen verlangten alles ab von den Fahrerinnen und Fahrern der Klassen U13-U17. 

Im ersten Rennen überquerte Karol knapp 4 Minuten hinter Sieger Max Bock die Ziellinie als 28. von 45 Startern. Dann folgte das Bergzeitfahren. Mit knapp 12 Sekunden Rückstand auf den Belgier Niel Meulemans sprang ein 14. Platz heraus. Schließlich das Straßenrennen: bergig, anspruchsvolles und sehr schnell mit einer Menge Attacken. Karol konnte viele davon neutralisieren und war stets mit vorn dabei, um das Rennen zu kontrollieren. Als es zum Sprint des Feldes ging, musste er leider spontan abbremsen, da ihn ein weiterer Fahrer in die Linie fuhr – so kam es zu einer winzigen Sekunde Rückstand und Platz 13; der Sieger kam erneut aus Belgien. In der Endabrechnung konnte sich Karol einen wirklich guten 23. Platz erkämpfen, Max Bock war unter den deutschen Fahrern an diesen beiden Tagen die Nummer eins. Eine exzellente Leistung von Karol. 

Frauenpower

Der 4. Lauf des Rohloff-Cups wurde von Stefanie Paul von Stevens Racing sowie Jasmin Corso von der ZG Kassel dominiert. Beide zogen vom Start weg unwiderstehlich davon und überrundeten so das komplette Feld der Elite Frauen und Senioren 4. Bei den Senioren 4 überzeugte Uwe Hecht von Le Masters mit seinem Sieg. Die weibliche U19 gewann Freya Glenewinkel von der RSG Hannover. In der U15 dominierte erneut Julian Kadrispahic von Froh Fulda und den Sieg in der U13 sicherte sich Rainer Gehle von der Tuspo Weende. 

Der Abend des 4. Rennens im Rohloff-Cup 2021 auf dem Verkehrsübungsplatz begann schnell. Mit einer halben Runde Vorgabe gingen das Feld der Elite Frauen sowie die Juniorinnen auf die an diesem Abend längste Strecke. Im Anschluss starteten die Senioren 4 sowie mit etwas Abstand die U15 und U13. Schon mit Beginn der zweiten Runde machte Stefanie Paul ernst und zog das Tempo an. Einzig Jasmin Corso konnte folgen. Beide Frauen wechselten sich in der Führungsarbeit in den weiteren Runden ab und so wurden die Senioren 4 gestellt, die ihrerseits in das Feld der Frauen auffuhr. In Anbetracht der immer noch wenigen ausgeschriebenen Rennen ein Glücksfall für diejenigen, die noch über weniger Rennerfahrung verfügten – perfekt, um das Fahren in einer großen Gruppe zu erfahren. 

Die ersten beiden Plätze waren damit bei den Frauen vergeben, jetzt wurde es bei den Senioren 4 interessant. Immer wieder gab es Attacken aus dem Feld, dabei konnte sich aber keiner der starken Senioren wirklich absetzen. Ausgezeichnete Tempoarbeit im Feld machten etwa Martin Diederichs von der RSC Weimar-Ahnatal oder Mario Voland vom Dresdener SC 1898. Insgesamt einigte man sich unabgesprochen im letzten Renndrittel auf ein Tempo, das alle mitgehen konnten. Die erste Entscheidung im Feld stand dann für die Senioren 4 an. Während sich Frauen und Juniorinnen in den letzten beiden Runden vorbildlich zurückfallen ließen, konnten die Senioren ihre Plätze ungehindert ausfahren. Eindeutig die Sprintabstände im Ziel: Uwe Hecht siegte vor Marco Grossegger vom Adam Donner Racing Team und Hans Peter Grüning vom RSC Wernigerode.

10 Runden später die Sprintentscheidung der Frauen. Stefanie Paul setzte sich gegenüber Jasmin Corso durch. Auf Platz 3 sprintete Christina Lechner von der MT Melsungen. Bei den Juniorinnen hatte Freya Glenewinkel klar die Nase vorn vor Annika Peter von der ZG Kassel.

Und was machten die U15 und U13? Diese verlebten meistenteils einen eher ruhigeren Rennabend. Zum einen hielten sie sich strickt zurück, um nicht ebenfalls in das große Feld der Senioren und Frauen zu fahren. Zum anderen versuchte zwar Julian Kadrispahic immer wieder Attacken, Leopold Beirig aber vom TSV Schotten war clever genug, diese nur zu kontern und nicht aktiv mitzufahren – im Sprint versprach er sich gegen Kadrispahic mehr. So bummelte man weite Teile des Rennens  dem Ziel entgegen und ließ es auf einen finalen Sprint ankommen. Bei diesem wäre die Idee von Beirig fast aufgegangen, aber Kadrispahic wehrte den Angriff knapp ab und gewann verdient. Eine gute Leistung zeigte Hannah John von der Tuspo Weende, die locker im Feld der Jungs mitfahren konnte. Die U13 war dann eine klare Angelegenheit von Rainer Gehle von der Tuspo Weende. Er setzte sich gegen Anton Paul und Theodor Hohmann von der RSG Hannover durch. 

Fazit

Ein schöner Rennabend mit vielen getrennten Wertungen und Feldern, die sich bestens an die Vorgaben des Veranstalters hielten. Die Zweirad-Gemeinschaft Kassel bedankt sich bei den vielen Aktiven und den tollen Zuspruch. Das sollte für andere Vereine Motivation sein, ihre Rennen nicht abzusagen, sondern die Angebote im Idealfall noch auszubauen. Das alles geht trotz und mit Corona-Auflagen. Eine Rennsaison besteht nicht nur aus Landesverbandsmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften, sondern lebt gerade von den vielen kleineren und mittelgroßen Rennen. Alle gemeinsam bilden die Basis für Quantität und Qualität der RadsportlerInnen. Auf geht’s, ihr anderen Vereine, packen wir es an. Fahren wir unsere Veranstaltungen hoch. 

Ergebnisse

Elite Frauen

1. Stefanie Paul, Stevens Racing; 2. Jasmin Corso, ZG Kassel; 3. Christina Lechner; 4. Jana Bühn, beide MT Melsungen; 5. Magdalena Röhrig, RSG Hannover; 6. Kristina Schalk, MT Melsungen; 7. Svenja Schlimme; 8. Guiliana Ebel, beide RSG Hannover

U19 w

1. Freya Glenewinkel, RSG Hannover; 2. Annika Peter, ZG Kassel

Senioren 4

1. Uwe Hecht, Le Masters; 2. Marco Grossegger, Adam Donner RT; 3. Hans Peter Grüning, RSC Wernigerode; 4. Jürgen Fromberg, RSV Gütersloh; 5. Jörg Hein, RSG Hannover; 6. Michael Donner, Adam Donner RT; 7. Mario Voland, Dresdener SC 1898; 8. Walter Backhausen, RV Concordia Hannover; 9. Peter Dercken, RSC Werne; 10. Bodo Peter, RSC Fuldabrück; 11. Klaus Jesse, RSV Rückenwind Mannheim; 12. Norbert Dunschen, Sturmvogel Ahrweiler; 13. Manfred Wenzel, RV Hochheim; 14 Kurt Werheit, RV Blitz Spich; 15. Heiko Heuser, HRC Hannover; 16. Martin Diederichs, RSC Weimar-Ahnatal; 17. Hans Jürgen Ludwig, RSC Fuldabrück; 18. Claus Siemon, Adam Donner RT; 19. Gary Weir, RSG Riedberg; 20. Bernd Schmelz, KSV Baunatal

U15

1. Julian Kadrispahic, RSV Froh Fulda; 2. Leopold Beirig, TSV Schotten; 3. Kai Tittel, RSC Wernigerode; 4. Joshua Sandrock, MT Melsungen; 5. Maximilian von Amsberg, Blau-Gelb Langenhagen; 6 Lunis Govers; 7. Hannah John, beide Tuspo Weende, 8. Joel Coors, RSG Hannover

U13

1. Rainer Gehle, Tuspo Weende; 2. Anton Paul; 3. Theodor Hohmann, beide RSG Hannover