Hümme

Und wieder eine RTF. Dieses Mal war neben Klaus-Peter und Roman noch Armin mit an Bord. Alle machten sich auf die 115er-Runde. Und das bei feinstem Sommerwetter. Ein echtes Fest. Die ersten gut 50 Kilometer gingen mit den Jungs vom RSC Fuldabrück sehr flott rum. Für unseren Geschmack schon eine Spur zu flott. So dockten wir bei den Mädels für den zweiten Streckenteil an und auch Ulli Drebing plus Verstärkung waren dabei. Klaus-Peter hängte sich leider am Hinterrad der Vorderfrau bergan auf und schaute mal, was der Teer so hergab. War aber alles halb so wild. Klaus-Peter konnte letztlich mit eigenem Tempo ins Ziel und nach Hause kommen, während Armin und Roman noch mal ein wenig Gas gaben. Am Ende sogar noch durch den “Deister Tunnel” und eine Gravel-Passage – vorbei war ein rundum gelungener Sonntag auf dem Rad.

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Grrrr Gravel

Mein lieber Scholli. Da ist was los, bei unserer Gravel-Gruppe “La Forêt“. Nicht nur, dass deren “Tour de la Forêt” schon alles getoppt hat, was man sich wünschen konnte – jetzt gehen die Jungs auch donnerstags durch die Schotter-Decke. Am vergangenen Donnerstag waren doch glatt 40 Menschen bereit zum Feierabend-Gravel. Und das ohne große Einladung. Super. Ab jetzt gilt es immer donnerstags um 18:30 Uhr “gravel on” mit La Forêt. Startorte und Details gibt’s auf Instagram.

Fahrt alle mit, es lohnt sich. Gravel is king.

So viele Räder

Wow, das war mehr als nur ein Ausrufezeichen unserer Gravel-Gruppe La Forêt. Platzt schon die “Tour de la Forêt” mit lang über 100 gemeldeten StarterInnen aus allen Nähten, zeigte die Ausfahrt am vergangenen Donnerstag, was werktags möglich ist.

Kassel fährt Gravel. Und wie. Waren das sogar weit mehr als 20 Aktive? Eine exzellente Resonanz für die erste Trainingsausfahrt. Ab jetzt wird’s regelmäßig. Immer donnerstags 18:30 Uhr startet der Groupride. Alle Infos dazu immer auf dem Instagram-Account “laforet_gravvelclub“.

RennTourenFahrt

Mit der RTF-Veranstaltung in Ippinghausen haben wir auch in der ZG die RTF-Saison eingeläutet. Traditionell die Spielwiese unser Wolfhager Truppe, waren wir auch entsprechend stark vertreten. Gleich 10 Räder und Menschen in Gelb-Blau wollten an diesem windigen Tag dabei sein. Clever von den Ippinghäusern war und ist die Streckenwahl. Mit nur einem zentralen Kontroll- und Verpflegungspunkt können alle Streckenlängen bedient werden – im „Blumenmuster“ fährt man einen Kringel nach dem nächsten. Überhaupt die Verpflegung: kann man nur mit Super bezeichnen. Entsprechend waren auch einige Fahrer motiviert und ballerten in den flachen Bereichen vehement los. So sehr, dass einige beim Begriff RTF unweigerlich auf „RennTourenFahrt“ kamen. Nach der letzten Kontrolle bogen die Wolfhager Jungs auf die 80 km mit weiteren knackigen Ortsschild-Sprints ein, während sich Roman Dieters MT-Gang anschloss, um die 110 km zu Ende zu bringen. Und das klappte dann bei einem angenehm flotten Tempo wunderbar. Am Ende gab’s noch eine von Erich Kral selbst gewendete Bratwurst. Fein gemacht, ihr Ippinghäuser, nächstes Jahr wieder. 

Ein Wochenende später zog es Roman und Klaus-Peter nach Paderborn. Die „Windpark-RTF“ stand auf dem Programm. Das Wetter in Kassel war bei der Abfahrt extrem unschön, aber je näher Paderborn kam, desto trockener wurde es. Letztlich war bereits am Start klar, dass es bedeckt, fies kalt aber trocken bleiben würde. Also die warmen Sachen angezogen und los ging’s. Von Paderborn zog sich die Strecke über die Anhöhe des Windparks über Altenbeken hin und von dort aus weiter östlich in den Kreis Höxter. Schöne Wirtschaftswege und Straßen mit extrem wenig Verkehr, verschlafene Orte und teils extrem knackige Steigungen. Eine der fiesesten davon recht schnell nach der Streckenteilung auf die 120er-Runde und quasi am östlichsten Ende der Strecke. Oben angekommen, waren die ersten Stecker bei Klaus-Peter gezogen. Aber weiter ging’s – je länger sich die schicke Strecke hinzog, desto härter die Herausforderung für Klaus-Peter. Hatten die beiden am Kontrollpunkt 2 noch Dieter und seine MT-Fahrer entspannt gegrüßt, waren die bei der letzten Verpflegung bereits gefühlte Lichtjahre enteilt. Zähne zusammenbeißen und nix wie nach Paderborn zum Auto. Dumm nur, dass man wohl 20 km vor dem Ziel bereits abgeschildert hatte. Verfahren, Navi an. Wo geht’s lang? Die beiden wurschtelten sich durch, mussten aber direkt in Paderborn feststellen, dass man das Ziel um 3 km südlich verfehlt hatte. So wurden die letzten Kilometer auf dem Radweg neben einer der Hauptstraßen abgespult. Nicht schick, aber persönliches Pech. Insgesamt eine super schöne Strecke, die einen anderen Titel wirklich verdient hätte. „Windpark-RTF“ hört sich doch enorm unsexy an.

Das Parkdeck rief

Schön war’s mit allen Aktiven am 1. Kasseler Bergsprint. Die Resonanz war trotz Ferien und dem eher mäßig prognostizierten Wetter exzellent. Mehr geht zwar immer, aber: Die Strecke hat eine natürliche Maximalbelegung bei den vorgegebenen Startabständen – sonst zieht es sich über den gesamten Tag und das macht auch nicht allen Spaß.

Am Sonntag hat es super funktioniert. Besonders beeindruckend fanden wir die Fahrt des Tandems, da musste Papa mächtig in die Pedale treten, so ganz ohne Motor. Und auch die hart gesottenen Fahrer auf ihren Klapprädern haben alles geben müssen. Spannend war zu sehen, dass es nicht nur auf schnelle Beine ankam, sondern auch auf Cleverness. Wer mit zu viel Speed in die erste Kurve kam, musst ein wenig rausnehmen, um dann den Rhythmus neu zu finden. Die Brechstange war daher fehl am Platz. Der Tagesschnellste brauchte lediglich etwas mehr als 32 Sekunden bis ins Ziel. Eine Fabelzeit, die bei kommenden Veranstaltungen erst einmal getoppt werden will.

Die Zweirad-Gemeinschaft Kassel bedankt sich bei der GALERIA, ohne die so etwas überhaupt nicht möglich gewesen wäre, ein dickes DANKE an Dominik Haferburg. Übrigens: Dort parken (und laden) nicht nur die Teslas gut 😉 Bedanken möchten wir uns auch bei den Medien, die massiv im Einsatz waren und Vor- sowie Nachberichterstattung betrieben haben. Zuallererst die HNA, dann FFH, der hr mit der Hessenschau, dem Extra-Tip sowie, last but not least, YouFM. Eure Unterstützung hat uns echt geholfen.

Frauen auf Bergen

Der Bericht zum Gipfelsturm von Nicole

Wie alles begann: Jasmin fragte mich: „Hey, meine Freundin Marion organisiert eine Radreise in den Pyrenäen. Hast du Lust mitzukommen.“ Meine Antwort: „Schaffe ich das?“ Jasmin sagte: „Ja“. Also sagte ich zu.  Als dann aber die Reisebeschreibung kam, dachte ich mir nur: Was habe ich getan? Aber fördern und fordern sind mein Motto. Also ging es am Freitag, dem 6. August 2021, in Richtung Girona los. Von 15 Grad leichter Nieselregen in 30 Grad Sonnenschein; in Frankfurt stieß Marion dazu. 

Wir starteten in Girona am 7. August 2021 mit einem lockeren Einrollen, so jedenfalls der Plan. Locker war allerdings nach 20.000 Schritten Sightseeing durch die herrliche Altstadt, diversen Kaffee-Stopps und dem Wetterwechsel nichts. Dennoch war es eine schöne, wellige und kurze Runde zum Einrollen. Am Samstagabend trafen wir dann die gesamte Gruppe. Marion hatte die Reise mit ihren drei Studienfreunden organisiert und jeder konnte noch eine oder zwei Personen einladen. So kamen wir insgesamt auf neun TeilnehmerInnen. Sonntagmorgen sollte es um 9 Uhr losgehen.

Pünktlich um 9:30 Uhr ging es an den Start unserer ersten Etappe nach Castellar de n’Hug. 115 km mit 2280 hm. In 3 Wellen ging es bei über 30 Grad über kleine Straßen und den Coll de Santigosa sowie den Coll de la Creueta nach oben. Dort angekommen musste ich erst mal eine eiskalte Coke trinken und ahnte bereits, dass ich ab jetzt wohl an jedem Radtag die beste Cola meines Lebens trinken werden würde. Castellar de n’Hug selbst war klein und verfügte nur über sehr eingeschränkte Übernachtungsmöglichkeiten, aber die fantastische Eisdiele und das leckere ortstypische Abendessen machten dies locker wett. 

Am nächsten Morgen starteten wir mit dem Abschlussteil des Coll de la Creueta (1888 m). Bereits um 9 Uhr herrschten hohe Temperaturen. Oder war es eher die Steigung von zu Beginn an über 10 %, die uns zum Schwitzen brachte? Wahrscheinlich beides. Aber es eröffnete sich bereits auf der Auffahrt ein unbeschreiblicher Blick in die Weite des Tales. Nach einer langen Abfahrt folgte die Fahrt nach Frankreich und nach dem Überqueren des Collada de Tosses gab es einen leckeren Lunch an einem See. Es gab Süßes & Saures. Pau organisierte jeden Tag regionalen Käse und Wurst, Baguette sowie regionale Früchte und kleine Küchlein; die Chips waren eher international.

Nach der Pause ging es Richtung Ax-les-Thermes über den Col de Pailleres (2001 m). Die durchschnittliche Steigung gab Pau mit 7,9 % auf 9 km an. Es zeigte sich bereits hier: Vertraue niemals der durchschnittlichen Steigung. Bei gefühlten 30 Grad im Schatten zeigte sich, dass dieser Anstieg einen dahinschmelzen lässt. Aber auch hier wurde man mit einem sagenhaften Ausblick belohnt. 

Tag 3 wurde mit 100 km bei 1800 hm als Erholungsetappe ausgelobt. Nachdem es erst 20 km bergab gegangen war, ging es anschließend 25 km zum Col de Lers bergauf. Auch hier hörten sich zunächst 25 km bei 4 % Steigung harmloser an, als es war, oder wie Michael nach 12 km mit durchschnittlicher Steigung von 2 % sagte: „die echte Mutti kommt erst noch“. Und sie kam. Bei dem verbliebenen Anstieg durfte man sich über Schattenpassagen freuen und lernen, dass auch eine Steigung von 8 % geeignet ist, sich zu erholen. Nach einer rasanten kurzen Abfahrt ging es dann kurz hoch zum Col d´Agnes. Nach einer Mittagspause fuhren wir hinunter nach Saint Girons, wo wir in einem Schloss übernachteten. 

Tag 4 war Hochzeitstag, nur diesmal ohne Ehemann. Es würde der härteste Hochzeitstag meines Lebens werden mit der sogenannte „Queen-Stage“, bei der es zunächst über den Col du Portet d´Aspet und anschließend den Col de Mente´ ging. Harmlos schlängelten sich bei beiden Bergen schmale Straßen gen Gipfel, um mit teils giftigen Steigungen aufzuwarten. Danach ging es hoch zum Col de Peyresourde. Der gesamte Anstieg von 15 km lag in der prallen Sonne. Die letzten 2 km waren einsehbar und ich war schon erstaunt, wie lang 2 km sein können. Belohnt wurde man wieder mit einem unglaublichen Ausblick und einer schicken Abfahrt. Über idyllische Straßen ging es zum Zielort Saint-Lary-Soulan. Am Schluss standen 122 km mit 2900 hm auf dem Tacho. 

Tag 5: der Tag des Tourmalet und meine persönliche Queen-Stage. Gesammelt habe ich an diesem Tag 75 km und 1950 hm. Als Vorspeise gab es den Col de Hourquette d´Ancizan (1564m) mit 10 km Anfahrt bei 8 % Steigung (1564m) und als Hauptgang den Col du Tourmalet (2115m), so zusagen das Dach der Reise. Den Tourmalet sind wir von Osten angefahren und konnten so eine 17 km lange Auffahrt genießen. Die bekannten Beschreibungen, dass nach 10 km die angenehme Steigung ein jähes Ende findet, man denkt, man führe gegen eine Wand und die karge Landschaft um Mongi herum erleichtere die Sache nicht, sind zutreffend. Trost konnten die Waldpassagen bei km 12 und die Überdachungen spenden. Weniger Trost spendeten die alle km aufgestellten Schilder, die einem zeigten, was der nächste Kilometer geschlagen hat.

Diese Hinweisschilder gab es auch bei dem ein oder anderen Berg. Am Gipfel gab es die – mal wieder – beste Cola meines Lebens und ich wurde mit einer herrlichen Abfahrt belohnt. Allerdings waren die Temperaturen so, dass man dachte, man wird heiß geföhnt. In Luz-Saint-Sauveur waren wir in einem historischen Hotel untergebracht.

Am letzten Tag fuhren wir nach Gavernie. 20 km mit 800 m Steigung fühlen sich nach den vergangenen Tagen gar nicht mehr so schwer an. Nach einer Wanderung zu den Wasserfällen von Gavernie und der anschließenden Rückfahrt freuten sich jedenfalls meine Beine schon auf den Tag der Abreise, dem Wiedersehen mit der Familie und mal einen Tag die Füße stillhalten. 

Eure Nicole