Goethe und die ZG

Wie schwierig es ist, Nachwuchs im Radsport auf die Räder zu bekommen, ist ja hinlänglich bekannt. Wie aber das Problem lösen? In den Schulen anfangen! Logischer Schritt und ein Gedanke, den auch andere schon hatten und haben. Immer dabei im Fokus, der Lehrer/die Lehrerin mit Affinität zum Rad. Ist das nicht der Fall, klappt es nicht. Kennt jeder von uns selbst: Hatten wir damals einen Sportlehrer, der Fußballspielen spitze fand, haben wir eben gekickt. Als Alibiveranstaltungen gab’s dann noch Völkerball oder Volleyball. Und das ist echt schade, denn auch wenn Radsport – wie viele andere auch – eine Nischensportart ist, so sollte sie doch gerade im Kontext der viel beschworenen Mobilitätswende etwas mehr Aufmerksamkeit gebrauchen. Gut, dass das Goethe-Gymnasium in Kassel einen engagierten Lehrer hat, der weiß, wie sich die Räder drehen. Und ebenso gut, dass es an der Schule MTBs und sogar einen Parkour mit Hindernissen und Anliegern gibt. Hinzu kommt, dass im Abitur 2024 sogar die MTB-Qualitäten der Schüler eingebracht werden können. Viele Gründe also für Roman, sich mit Marco Ruppert vom Goethe einmal kurzzuschließen. 

Nach einem ersten Schnuppertreffen und der Erkenntnis, dass es durchaus eine große Schnittmenge zwischen schulischem Angebot und Möglichkeiten der ZG gibt, wurde ein Testballon gestartet. Roman machte sich mit drei Rennrädern auf den Weg ans Wesertor. Dort wartete Marco Ruppert bereits mit seinen Jungs sowie einem Mädel der Klassen 5-7. Ziel der Doppelstunde war, die Unterschiede zwischen Rennrädern und den bekannten MTBs aufzuzeigen. Und dies nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis. Draufsetzen und fahren, lautete die Devise. War es am Anfang noch eine etwas wackelige Angelegenheit, funktionierte es bei den Schülerinnen und Schülern schnell besser. Sie gewöhnten sich an die vollkommen andere Sitzhaltung, das veränderte Schaltverhalten und schließlich wurde sicher um die Kurven getreten und die Räder kräftig beschleunigt. Flott geht also, aber auch über den Parkour? Musste man ausprobieren. Und siehe da, auch viele Technikhindernisse konnten mit dem Rennrad überwunden werden. Alles lief prima und sturzfrei. So gab es am Ende viel neue Eindrücke für die Kids und für Roman und Marco Ruppert war klar, solch eine Kooperation kann für beide Seiten nur gut sein. Bleiben wir also gespannt, wie es sich entwickeln wird.