Lechner und Herr siegen

Viel Wetterglück beim ersten Rennen der Elite, Amateure und der U19 im Rohloff-Cup. Dieses nutzte in der Elite Patrick Lechner von Bike Aid für einen eindrucksvollen Sieg ebenso wie Christian Herr von der MT Melsungen bei den Amateuren nicht zu stoppen war. In der U19 zeigte Malte Rohmann von Fujibike Rockets eine ganz starke Leistung.

Dauerregen den gesamten Tag über und dann um 17 Uhr endlich kein weiteres Wasser mehr von oben. Für alle Rennfahrer eine gute Entwicklung, aber: Die Strecke auf dem Verkehrsübungsplatz hielt einige nasse Stellen bereit. Als neuralgischer Punkt an diesem Abend zeigte sich die enge Kurve nach Start/Ziel. Aus einem Tempo weit jenseits der 45 km/h spät auf etwa 25 km/h herunterbremsen, einlenken und sofort wieder die maximalen Wattzahlen an der Kurbel anlegen – das war die Herausforderung. Zwei Stürze – die allesamt glimpflich abliefen – waren leider zu beklagen, es zeigte sich aber, dass der allgemeine Trend zu breiteren Reifen, die mit geringerem Luftdruck gefahren werden, hier ein entscheidendes Sicherheitsplus brachte. 

Die Klasse der Elite-Fahrer ging mit einer halben Runde Vorgabe in das Rennen, es folgten die Amateure und die beiden U19-Fahrer. Von Beginn an ließen die Amateure keinen Zweifel aufkommen, dass sie willens und in der Lage sind die stärkere Elite einzuholen. Christian Herr machte einige Versuche, die aber an einer aufmerksamen Nachführarbeit des Feldes zunächst verpufften. Weiter vorne im Rennen dann ein entscheidender Moment. Marc Lauf von Wheelsports Racing verlor in der Kurve die Kontrolle über sein Rad und wenige Meter später fand sich Samuel Brachmann von der Zweirad-Gemeinschaft überraschend alleine an der Spitze wieder. Diesen Moment nutzten Patrick Lechner und der zweite Wheelsports-Fahrer Dominik Merseburg, um gemeinsam mit Brachmann eine Attacke zu fahren, die Wirkung zeigte. Gemeinsam zog das Trio nun bis kurz vor Ende seine Runden, teilweise mit fast 30 Sekunden Vorsprung. 

Das Elite-Feld wirkte in der Folge etwas konsterniert, was wenige Runden später dann zum Zusammenschluss führte – Herr fuhr in das Feld hinein und im Schlepptau alle Amateure. In dieser nun großen Gruppe kam es immer wieder zu Positionswechseln und kleineren Attacken, um die vorauseilende Dreiergruppe doch noch zu stellen, aufgrund der noch vielen zu fahrenden Runden allerdings war keine davon zwingend. Pech bei den Blau-Gelben der Zweirad-Gemeinschaft – Lukas Hüstebeck musste das Rennen nach einem Sturz aufgeben und nachdem André Hildmann sein sich schräg durch die Kurve schlitterndes Rad akrobatisch wieder unter Kontrolle brachte, zog er es vor, mit Bedacht zu fahren und letztlich kurz vor Ende auszusteigen. Eine sinnvolle Entscheidung, wurde doch an diesem ersten Renntag in Baunatal-Hertingshausen keine Weltmeisterschaft ausgetragen und kennt Hildmann einen krankenhausreifen Saisonstart bereits aus dem Jahr 2019. 

Das Renntempo lag trotz des nassen Untergrunds mit etwas mehr als 43 km/h auf einem hohen Niveau. Dies war auch der Grund dafür, dass einige Fahrer aus der Amateurklasse zur Mitte des Rennens nicht mehr folgen konnten. In diesem Zusammenhang aus Sicht der Zweirad-Gemeinschaft enorm erfreulich, dass sich die Newcomer mit Tobias Friedrich – der letztlich sogar auch Platz 6 fuhr – und Felix Petrossow exzellent schlugen und reichlich Akzente setzen konnten; Verstärkungen aus dem Stand für das Team.

Dann die Schlussphase des Rennens. Das erste Finale fuhren die beiden U19-Fahrer. Hier gab es keine Diskussionen, Malte Rohmann war das gesamte Rennen über im schnellen Feld der Elite und Amateure, ein eindeutiger Sieg. Aber auch Gian-Luca Böer von der Zweirad-Gemeinschaft zeigte eine stark ansteigende Form. Als die Junioren ihr Rennen beendet hatten, wurde es spannend. Tatsächlich konnte das Führungstrio den Vorsprung nicht ausbauen, im Gegenteil: Dank einer massiven Arbeit im Feld vom Team Erdinger und den Fahrern der MT Melsungen kam es zum Zusammenschluss. Dann das Finale der Amateure. Christian Herr von der MT Melsungen unterstrich seine aktuell hervorragende Form und sicherte sich den Sieg vor seinem starken Vereinskollegen Leon Löber. Als dritter überquerte Sascha Jakat von der RV Hochheim die Ziellinie. 

Im Anschluss die letzten fünf Runden für die Elite. Der lange Zeit an der Spitze mitführende Brachmann wurde nun durchgereicht, seine harte Arbeit leider nicht belohnt. Dafür zeigte der im Voraus hoch gehandelte Niclas Zimmer vom Team Erdinger, dass mit ihm noch zu rechnen war. Es ging mit maximalem Tempo einem fulminanten Zielsprint entgegen. Erneut aber war Patrick Lechner von Bike Aid hellwach und mobilisierte die letzten Kräfte. So gewann er vor Zimmer, der im Tigersprung Platz zwei vor seinem Teamkollegen Marc Dörrie sicherte.