Spaß im Dreck

Das vergangene Wochenende war durch Blau-Gelber Brille rosarot. Bei der Auftaktveranstaltung der Braunschweiger Cross-Serie waren Jan in der U17, Kevin und Annika in der U19, Jasmin bei den Frauen sowie Tobias, Lukas, Ben und André bei den Männern am Start. 

Die Strecke in Lehndorf ist traditionell schnell mit wenigen Technikpassagen, die aber in der Summe den Unterschied im Ziel machen. Der Kurs war komplett trocken, also ruhig etwas mehr Luftdruck in die Reifen, um Platte von vornherein auszuschließen. 

Los ging’s mit der U17. Jan erwischte einen Traumstart. Hinter dem Landesmeister aus Niedersachsen ballerte er über den Kurs. In Runde 4 dann ein Straucheln des Führenden am Hindernis und sofort war Jan da und führte das Feld an. Zwei Runden später musste er zwar dann drei ganz starke Fahrer vorbeilassen, aber Platz 4 ist viel mehr als alle erwartet hatten. Bei ihm zeigt sich sein Technikvorteil ganz entscheidend. Wenn er jetzt kontinuierlich an sich arbeitet, dann kann das noch sehr viel besser werden. Jan ist ein echter Kämpfer, Cross ist für ihn gemacht. 

In der U19 drei Starter – herrje, was ist nur los? Kevin konnte gegen den extrem starken Moritz Binder erwartungsgemäß nichts ausrichten. Er fuhr sein Rennen dennoch technisch sauber durch, es fehlt einfach der letzte Punch, um sich im roten Bereich durchzuquälen. Allerdings ist es auch nicht einfach, sich alleine auf der Strecke zu motivieren. Gut, dass immerhin noch Annika da war. Die durfte sich freuen, mit Kevin ihre Runden zu fahren und sich so mitziehen zu lassen. Extrem gut von ihr. Und gleichzeitig schade, dass der Veranstalter sie nicht mit den Frauen hat starten lassen. Da wäre eine richtig gute Platzierung drin gewesen. Aber auch so konnten die beiden ihre Blumensträuße auf dem Podium in Empfang nehmen. An dieser Stelle ein Aufruf an alle anderen Vereine und deren FahrerInnen – liebe Leute, fahrt Cross. Perfekt, um die Technik auf Trab zu bringen und sich einmal durchgängig am Limit zu bewegen. 

Die Frauen und ein Start eher so nach Marke “so lala” für Jasmin. Von ganz außen musste sie in den ersten 300 Metern nach innen ziehen, da waren einige einfach schneller. Und so kam es, wie es kommen musste. Liv-Susanne Kempendorf von RC Blau-Gelb Langenhagen hatte freie Bahn und zementierte ihren Sieg so schon nach wenigen Runden. Typisch für ein Crossrennen, der Start ist Gold wert, im späteren Rennverlauf ändert sich meist nur wenig. Ein vollkommen ungefährdeter zweiter Platz für Jasmin. Sehr gut.

Dann die Männer. André und Ben mit einem ausgezeichneten Start und Volldampf in die ersten Runden. Tobias in seinem ersten Rennen und Lukas sollten das Ganze erst mal wirken lassen. Die Beine dazu haben die beiden in jedem Fall. Lukas machte das sehr ordentlich bis zum Zeitpunkt, wo er ins Straucheln kam und auf die Schulter fiel – schon wieder die linke. Zu viel der Schmerzen, dann lieber aufgeben und im Krankenhaus durchchecken lassen. Zum Glück nichts gebrochen. Jetzt heißt es diese Achillesferse in den kommenden Wochen dringend zu stabilisieren. Hallo ihr Ärzte und Physios, macht ihn wieder fit. 

Tobias fuhr auf einen einwandfreien 9. Platz und mit jeder Menge Erkenntnisgewinn. Cross ist eben 60 Minuten lang eine brutale Vollgasveranstaltung. Bei ihm müssen wir dringend an der Technik arbeiten, dann kommt der Rest von selbst. Ganz sicher. Drei Plätze vor ihm lag Ben. Er fährt von Rennen zu Rennen besser. Ab Rennmitte aber war klar, dass nach hinten nichts mehr anbrennen würde, dann kam das Motivationsloch. Auch hier einfach zu wenige Starter, um sich an einem festzubeißen. Schade, aber eine astreine Leistung. Bei André ein ähnliches Bild. Max Lindenau und Marvin Augustyniak waren eine Klasse für sich. Dahinter fuhr er ein einsames Rennen. Ab aufs Podium für Platz 3.

In Preußisch Oldendorf am Tag darauf waren noch einmal Jasmin und André im Einsatz. Dieses Mal Matsch pur statt trockenem Easy-Wetter. Und unser Vorzeigeradsporthaushalt hat noch einmal richtig abgeräumt. Sowohl André als auch Jasmin sind auf Platz 3 gefahren. Dicker Applaus an euch, ihr beiden.