Hümme

Und wieder eine RTF. Dieses Mal war neben Klaus-Peter und Roman noch Armin mit an Bord. Alle machten sich auf die 115er-Runde. Und das bei feinstem Sommerwetter. Ein echtes Fest. Die ersten gut 50 Kilometer gingen mit den Jungs vom RSC Fuldabrück sehr flott rum. Für unseren Geschmack schon eine Spur zu flott. So dockten wir bei den Mädels für den zweiten Streckenteil an und auch Ulli Drebing plus Verstärkung waren dabei. Klaus-Peter hängte sich leider am Hinterrad der Vorderfrau bergan auf und schaute mal, was der Teer so hergab. War aber alles halb so wild. Klaus-Peter konnte letztlich mit eigenem Tempo ins Ziel und nach Hause kommen, während Armin und Roman noch mal ein wenig Gas gaben. Am Ende sogar noch durch den “Deister Tunnel” und eine Gravel-Passage – vorbei war ein rundum gelungener Sonntag auf dem Rad.

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Grrrr Gravel

Mein lieber Scholli. Da ist was los, bei unserer Gravel-Gruppe “La Forêt“. Nicht nur, dass deren “Tour de la Forêt” schon alles getoppt hat, was man sich wünschen konnte – jetzt gehen die Jungs auch donnerstags durch die Schotter-Decke. Am vergangenen Donnerstag waren doch glatt 40 Menschen bereit zum Feierabend-Gravel. Und das ohne große Einladung. Super. Ab jetzt gilt es immer donnerstags um 18:30 Uhr “gravel on” mit La Forêt. Startorte und Details gibt’s auf Instagram.

Fahrt alle mit, es lohnt sich. Gravel is king.

HM Straße 2022

Ein guter Tag für Blau-Gelb in Thüringen. Thüringen? Genau. Der HRV fährt seine Meisterschaften immer mit weiteren Landesverbänden aus. Und mussten wir in der Vergangenheit Abenteuerreisen in die wildesten westlichen Winkel der Republik machen, war’s dieses Mal einfacher. Knappe zwei Stunden Fahrzeit über eine quasi Pkw-freie A38 inklusive einfach zu fahrender Bundesstraße – damit können wir als Nordhessen sehr gut leben. Das Ziel: Leubingen bei Sömmerda.

Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Bei traumhaften Radwetter ging es dann auf die 10 km-Runde. Ausgebaute Wirtschaftswege und nicht eine Querung oder Kreuzung mit einer „normalen“ Straße. Einfacher kann man wohl keinen Kurs absperren. Dazu eindeutig wellig (Faktor 10) mit einem Stück schlechterem Weg, einer flotten Abfahrt zum Ziel (ist alles gut gegangen) und Wind, der auf einem Teilstück in den ersten Rennen stand. 

André ist aktuell so etwas wie unserer „letzten Mohikaner“ bei den Männern der Elite und Amateure. Lukas und Ben verletzt, Samuel, Tobi und die anderen nicht am Start – das war auch schon mal besser. Und es lief auch wirklich nicht schlecht bei André. Er hat ja einen feinen Renn-Instinkt und fährt stets exzellent platziert im Feld. Dumm nur, dass es ein Kommunikationsproblem mit dem Getränk gab. Als Jürgen dann die Flasche reichen wollte, war’s schon zu spät und der Kommissär warf ihm einen bösen Blick zu. Gut, dass André das auch verstanden hatte und erst gar nicht zugriff. So aber kam es auf den letzten Kilometern zu Krämpfen bei ihm; nichts ging mehr. Schade, da war mehr drin als Platz 11. Beim nächsten Mal dann aber, da sind wir uns sicher. 

In den unteren U-Klassen haben wir aktuell nichts zu bieten. Scheint fast so, als ob die Auswirkungen des kleinen Mist-Virus uns erst jetzt richtig treffen würden. Wir arbeiten aber hart daran, dies wieder auf Normalniveau zu hieven. Jungs sind da, die brauchen nur Zeit; hier haben wir bereits 2023 im Blick. Paradestück der ZG in Sachen Masse und Klasse ist Jürgens U19. Der neue Coach bringt sich mächtig ein und die Jungs ziehen mit. Karol fährt bereits in seinem ersten Jahr beeindruckend und ist die unangefochtene Nummer eins. Und dazu hätte es fast auch in Leubingen gereicht. Knapp geschlagen am Ende Vizemeister. Gratulation. Dazu Johann und Gian-Luca, die lange im Feld der Elite/Amateure/U19 mithalten konnten. Eine echte Energieleistung der beiden. Und noch Leo. Der haderte ja als „Frischling“ in den letzten Rennen ganz schrecklich mit sich und der Radsportwelt. In Leubingen aber war er von Anfang bis Ende mit dem Kopf im Rennen und lieferte super ab. In der letzten Runde schnappte er sich sogar noch den vollkommen abgekämpften Gian-Luca. Das Teamergebnis: Die Plätze 2, 4, 5 und 6. Bombe. 

Weiteren großen Glanz in die blau-gelbe Hütte brachten unsere Frauen. Jasmin und Annika sind die schnellsten hessischen Mädels; Jasmin in der Frauen Elite und Annika in der U19w. Ganz bitter aber ist das Startergebnis. Es gibt viele weitere Frauen mit Lizenzen, nur: Wo sind die alle? Unser Aufruf daher: Wenn ihr schon so ein kleines Plastikkärtchen habt, dann stellt euch dem Wettbewerb. Nur so kommt der Frauenradsport voran, nicht mit trainieren und fahren im stillen Kämmerlein. Und wenn ihr Frauen und Mädels wirklich sinnvoll trainieren und fahren lernen möchtet, dann empfehlen wir euch Jasmins Freitagstraining. Zurück zum Rennen. Jasmin verhaspelte sich irgendwie beim Start mit Aufstellung und Losfahren und musste sich dann von ganz hinten vorarbeiten. Das geht auch besser und macht das Rennen dann entscheidend einfacher. Ist aber noch mal gut gegangen. Annika kann den Speed des Feldes definitiv mitgehen, hat aber noch Defizite bei den Attacken, die sie dann entscheidend zurückwerfen. Das Problem ist bekannt und ihr Trainingsplan ist darauf zugeschnitten, das zu beheben. Schon immer beeindruckend ist ihre exzellente Motivation. So fährt Frau auch auf 1. 

Senioren in blau-gelb? Aber sicher doch. Sven und Holger waren bei den Senioren 3 am Start. Sven ist ja ganz frisch bei uns und zeigte schon in den letzten Wochen, dass er wild entschlossen ist, Rennen zu fahren. Je mehr, desto besser. Das zahlt sich aus. Rennen um Rennen werden die Platzierungen besser, an diesem Wochenende Platz 5. Große Klasse. Schließlich Holger. Sicher der einzige Mensch, der noch am Stadtrad eine Wattmessung hat. Und einer mit jeder Menge brachialer Leistung. Warum er die etwa beim Rohloff-Cup nicht immer optimal abrufen kann, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. An diesem Tag aber lief es super. Platz 3 und Podium für Holger. Wir freuen uns mächtig für ihn und ziehen den Helm vor so viel Kraft und Klasse. 

Fazit: Erfolgreiche Meisterschaften für unsere Fahrerinnen und Fahrer. Eine sehr gute Strecke. Ordentliche Orga und ein leckeres Grillwürstchen. Super Wetter. Einziges Manko, die gemeinsamen Starts. Wenn man schon ein 10 km-Rund hat, dann wäre es doch ein Leichtes, hier zu differenzieren. Das war schon teils wirklich  wüst, da man sich als FahrerIn einer schwächeren Leistungsklasse mit etwas Glück und Können bereits nach den ersten Attacken der stärkeren Klassen in der Führungsgruppe wiederfinden konnte – keine Chance mehr für die anderen da ran zu kommen. So etwas wäre bei einem dedizierten Start der einzelnen Klassen nicht  möglich. Und nur ein klitzekleinwenig Kommunikation vom Wagen wäre auch super. So gar nix sagen hinterlässt auch beim Fachpublikum meist Achselzucken. Aber wir wollen keine Meckerfritzen sein, denn wir wissen wie schwierig es ist, Veranstaltungen aus dem Boden zu stampfen. Daher: Danke nach Thüringen für’s Engagement. Wir kommen immer wieder gerne. 

So viele Räder

Wow, das war mehr als nur ein Ausrufezeichen unserer Gravel-Gruppe La Forêt. Platzt schon die “Tour de la Forêt” mit lang über 100 gemeldeten StarterInnen aus allen Nähten, zeigte die Ausfahrt am vergangenen Donnerstag, was werktags möglich ist.

Kassel fährt Gravel. Und wie. Waren das sogar weit mehr als 20 Aktive? Eine exzellente Resonanz für die erste Trainingsausfahrt. Ab jetzt wird’s regelmäßig. Immer donnerstags 18:30 Uhr startet der Groupride. Alle Infos dazu immer auf dem Instagram-Account “laforet_gravvelclub“.

RennTourenFahrt

Mit der RTF-Veranstaltung in Ippinghausen haben wir auch in der ZG die RTF-Saison eingeläutet. Traditionell die Spielwiese unser Wolfhager Truppe, waren wir auch entsprechend stark vertreten. Gleich 10 Räder und Menschen in Gelb-Blau wollten an diesem windigen Tag dabei sein. Clever von den Ippinghäusern war und ist die Streckenwahl. Mit nur einem zentralen Kontroll- und Verpflegungspunkt können alle Streckenlängen bedient werden – im „Blumenmuster“ fährt man einen Kringel nach dem nächsten. Überhaupt die Verpflegung: kann man nur mit Super bezeichnen. Entsprechend waren auch einige Fahrer motiviert und ballerten in den flachen Bereichen vehement los. So sehr, dass einige beim Begriff RTF unweigerlich auf „RennTourenFahrt“ kamen. Nach der letzten Kontrolle bogen die Wolfhager Jungs auf die 80 km mit weiteren knackigen Ortsschild-Sprints ein, während sich Roman Dieters MT-Gang anschloss, um die 110 km zu Ende zu bringen. Und das klappte dann bei einem angenehm flotten Tempo wunderbar. Am Ende gab’s noch eine von Erich Kral selbst gewendete Bratwurst. Fein gemacht, ihr Ippinghäuser, nächstes Jahr wieder. 

Ein Wochenende später zog es Roman und Klaus-Peter nach Paderborn. Die „Windpark-RTF“ stand auf dem Programm. Das Wetter in Kassel war bei der Abfahrt extrem unschön, aber je näher Paderborn kam, desto trockener wurde es. Letztlich war bereits am Start klar, dass es bedeckt, fies kalt aber trocken bleiben würde. Also die warmen Sachen angezogen und los ging’s. Von Paderborn zog sich die Strecke über die Anhöhe des Windparks über Altenbeken hin und von dort aus weiter östlich in den Kreis Höxter. Schöne Wirtschaftswege und Straßen mit extrem wenig Verkehr, verschlafene Orte und teils extrem knackige Steigungen. Eine der fiesesten davon recht schnell nach der Streckenteilung auf die 120er-Runde und quasi am östlichsten Ende der Strecke. Oben angekommen, waren die ersten Stecker bei Klaus-Peter gezogen. Aber weiter ging’s – je länger sich die schicke Strecke hinzog, desto härter die Herausforderung für Klaus-Peter. Hatten die beiden am Kontrollpunkt 2 noch Dieter und seine MT-Fahrer entspannt gegrüßt, waren die bei der letzten Verpflegung bereits gefühlte Lichtjahre enteilt. Zähne zusammenbeißen und nix wie nach Paderborn zum Auto. Dumm nur, dass man wohl 20 km vor dem Ziel bereits abgeschildert hatte. Verfahren, Navi an. Wo geht’s lang? Die beiden wurschtelten sich durch, mussten aber direkt in Paderborn feststellen, dass man das Ziel um 3 km südlich verfehlt hatte. So wurden die letzten Kilometer auf dem Radweg neben einer der Hauptstraßen abgespult. Nicht schick, aber persönliches Pech. Insgesamt eine super schöne Strecke, die einen anderen Titel wirklich verdient hätte. „Windpark-RTF“ hört sich doch enorm unsexy an.

Superkool Krit 2022

Unser Duo Infernale – Jasmin und André – standen beim Rennen in Erfurt mal wieder mit nur mit einem Gang und ohne Bremsen oder Freilauf am Start. Und? Ging gut? Ging sehr gut!

Die Daten: 800 m Rundkurs mit vier 90° und zwei 180° Kurven. Dazu eine leicht ansteigende Zielgerade bei ordentlich Wind und Sonne. Das Ganze auf dem Parkplatz der Erfurter Messe als Rahmenprogramm der Sport Aktiv Messe. 25 Runden für die Frauen und 35 Runden für die Männer. Schlussfolgerung: Die Übersetzung wollte weise gewählt sein. Wind und Streckenführung machte die Entscheidung hier nicht leicht. 

Pünktlich zum Start des Rennens der Frauen kamen die Zuschauer vom Messegelände an die Strecke. Und dann ging es auch schon los. Das Rennen begann verhalten, bis es zur ersten Attacke der Schweizer Favoritin Selina Burch kam. Sie konnte sich schnell absetzen und einen großen Vorsprung herausfahren. Jasmin fand nach anfänglichen Schwierigkeiten in den Kurven immer besser ins Rennen und konnte sich nach mehreren Attacken ebenfalls allein vom Feld absetzen. Die gewählte Übersetzung von 50/17 war anfänglich etwas kurz, erwies sich aber im Verlauf des Rennens als sehr gute Wahl. Sie fuhr unbeirrt ihre Runden, um schließlich ungefährdet einen exzellenten zweiten Platz einzufahren. 

Beim anschließenden Rennen der Männer setzte André direkt eine Startattacke, um möglichen Stürzen in den technischen Kurven aus dem Weg zu gehen. Mit 51/15 hatte er ziemlich dick gekettet, kam aber trotzdem recht flüssig voran. Nach etwa 5 Runden stand dann auch die Führungsgruppe mit fünf Fahrern. Trotz einzelner Vorstöße der verschiedenen Fahrer lief die Gruppe gut und konnte sich bis zum Ende des Rennens behaupten. In den letzten Runden wurde sich dann belauert und Jacob Liebs setzte die erste ernste Attacke. Die Gruppe lief aber wieder zusammen. In der letzten Runde attackierte André kurz vor der technischen Kurvenkombination, um einem Sprint aus dem Wege zu gehen. Das Loch war auf der Zielgeraden auch da, aber Falco Bachmann konnte seine Sprintstärke noch voll ausspielen und das Rennen auf den letzten Metern für sich entscheiden. Am Ende war die Übersetzung dann möglicherweise doch ein wenig zu dick, sodass die letzten Körner für einen Sprint einfach fehlten. 

Fazit: SuperKooles Rennen zum Start in die Fixed Crit Saison. Exzellente Fotos von Pia-Sophie Nowak; alle Rechte bei (@piarazzi). Danke für’s Nutzendürfen.