Rohloff-Cup verschoben

Die neuen Corona- Vorgaben gelten bis zum 18. April. Daher ist im April nicht mehr mit einer Freigabe zu rechnen. Wir wollen die April- Termine nicht streichen, sondern verschieben. Sollte auch im Mai kein Rennsport möglich sein, werden wir alle Termine bis Ende Mai streichen. Ein Verschieben ist dann nicht mehr möglich.

Terminveränderungen  April/ Mai/ Juni

Rennen 1/1Alt 07.04.Verschoben aufSamstag,  15.05., 18:00 Uhr
Rennen 2/1Alt 21.04Verschoben aufMittwoch, 02.06., 19:00 Uhr
Rennen 3/1Alt 28.04Verschoben aufSamstag,  29.05., 18:00 Uhr

Rennen 1/2 bleibt auf seinem Termin, Mittwoch 05. 05. 

Die Meldungen und die Meldelisten behalten Ihre Gültigkeit.

Wir bitten die bereits gemeldeten Teilnehmer, sich ggf. abzumelden oder einen Ersatzmann, eine Ersatzfrau zu melden. Meldeliste R1/1 ist bereits geschlossen. Die Meldelisten für die Rennen 2/1, 3/1 und 1/2 sind noch offen. Alle weiteren Termine, Mai, Juni, Juli, August bleiben vorerst.

Die Ausschreibungen für die Rennen  2/2, 3/2, 4/1 und 2/3 folgen in Kürze.

Abgelehnt

Nach der coronabedingten Absage unseres Cross-Rennens hat es nun eine weitere potenzielle Veranstaltung nicht auf die Zielgerade geschafft. Wir hatten uns auf die DM Kriterium beworben. Diese Veranstaltung war für Elite Amateure und Amateure ausgeschrieben, aber nicht für Frauen. Ein Unding, wie wir meinen. Wenn schon die Amateure eine DM bekommen, dann hätten es die Frauen umso mehr verdient. 

Aus diesem Grunde haben wir uns für die Ausrichtung der DM beworben, aber nur unter der Bedingung, dass auch ein Frauentitel ausgefahren wird. Diese Notwendigkeit sah mal wohl beim BDR so nicht und schickte uns eine Absage. 

Das ist sehr schade, denn wir hätten uns um einen attraktiven Innenstadtkurs bemüht und dieses eine Rennen mehr wäre auch vom Aufwand überhaupt kein Problem gewesen. Und auch, wenn die Chance auf eigene RadsportlerInnen in Blau und Gelb bei einem solchen Heimrennen für uns nicht überdurchschnittlich hoch waren, hätten wir uns wie Bolle über eine Ausrichtung gefreut. Nun gut, es hat nicht sollen sein. 

Besonders schade aber ist das für all die radsportbegeisterten Frauen in der Republik. Was mögen die denken? Wie kann man sie überhaupt bei einem solch neuen Format einfach „vergessen“? 

Wir als Verein mit einer Vielzahl an eigenen Veranstaltungen pro Jahr wissen, dass man es nicht allen Recht machen kann, dass Fehler passieren und das man einfach auch mal ganz weit mit seinen Entscheidungen daneben liegen kann. Alles verständlich und gleichzeitig auch verschmerzbar, wenn es eingesehen und entsprechend gehandelt wird. Es menschelt eben überall – und das ist auch gut so. Insofern hätten wir uns gewünscht, dass die Frauen noch zu ihrem Recht gekommen wären. Dafür hätte es sicher kaum einen zusätzlichen Aufwand gebraucht; sowohl für die Ausrichter der Qualifikationsrennen, als auch dem der finalen DM-Läufe. „Einfach mal machen“ wäre das Gebot der Stunde gewesen. Und alles wäre gut geworden.

Übrigens: Damit uns als Verein ein solcher bitterer Fauxpas nicht passiert, werden wir bei der kommenden Jahreshauptversammlung eine zusätzliche Stelle für den Frauenradsport installieren, die dann selbstverständlich von einer Frau besetzt werden wird. 

Wir drücken allen Veranstaltern und den Aktiven für diese DM die Daumen und für alle Radsportlerinnen hoffen wir, dass in Zukunft alles besser wird. 

Eroica Germania

Gerade Rohloff-Cup und die Reinhardswald-Rundfahrt abgehakt, ging es zum Kurzurlaub in den Rheingau. Eine sehr schöne Gegend. Am Samstag, 22. August fand dort die dritte Auflage der Eroica Germania statt. Mit dem Bauer-Rad „Modell des Weltmeisters“ fuhr ich die mittlere Runde über 77 km und 1.400 Höhenmeter

Gestartet wurde im Garten des Baron Knyphausen in Eltville am Rhein. Von dort ging es über Wirtschaftswege an Oestrich-Winkel und Presberg vorbei Richtung Ramschied/Bad Schwalbach, Fischbad und Schlangenbad. Zwischendurch immer Wahnsinns-Ausblicke auf das Rheintal, Burgen und Schlösser und auf die Weinberge. Am Schluss noch eine Runde um Kiedrich, wo wir eine Ferienwohnung hatten. Ich drücke mich bewusst vage aus, es gab nämlich keine Karte. Dafür war die Strecke absolut perfekt und quasi »deppensicher« ausgeschildert. Am Vortag waren es noch 38 Grad, nach Kaltfront und nächtlichem Regen gab es bei rund 22 Grad optimale Bedingungen fürs Radfahren. Die Strecke: Einige wenige Landstraßen, asphaltierte oder betonierte Wirtschaftswege und befestigte (geschotterte) Waldwege, die gefühlt etwa 30 % der Strecke ausmachten. Laut Veranstalter gab es Corona-begrenzte 500 Teilnehmer. Organisatorisch wurden die Corona- Schutzmaßnahmen perfekt umgesetzt.

Ist die Eroica eine RTF mit alten Rädern? 

Obwohl die Germania 2020 erst meine vierte derartige Veranstaltung ist, ein klares Nein. Mehr eine anspruchsvolle Gravel-Veranstaltung ohne Wettkampfcharakter aber mit der starken Intention, den Radfahrern die Schönheit der Landschaft nahe zu bringen. Das Geländeprofil und der Zustand der Wege fordern den Fahrern und Fahrerinnen ein hohes Maß an Fahrkunst und Fitness ab.

Ist ein Startgeld von 80 Euro angemessen?

Für diese Germania 2020 zumindest nicht. In den beiden Verpflegungskontrollen gab es ein Angebot, das kaum über dem unserer ZG-RTF in „Friedenszeiten“ lag. Aber wir sind in diesem Jahr hierfür ja auch kritisiert worden. Alles Corona also? Im Start- und Zielbereich ging es auch recht sparsam zu.

Wie ist die Germania einzuordnen? 

Zum zweiten oder dritten Mal habe ich Peter Frohnmeyer vom KSV Auedamm bei einer Eroica getroffen, er hat reichlich Erfahrung mit diesen Veranstaltungen. Seiner Meinung nach sind die italienischen „Eroicen“ Gajole und Montalcino die schwersten, danach die Eroica Germania und die Eroica Limburg.

Können wir so etwas auch? 

Ist das System Eroica in Italien vielleicht noch darauf aus, „weiße Strassen“ zu fördern, will man mit anderen Veranstaltungen sicher Geld verdienen. Das ist legitim. Jedermann-Rennen funktionieren genau so. In Eltville kam wohl ein Teil der Organisation aus Berlin (Franchise?), der andere Teil aus dem Rheingau. Wer RTF kann, kann auch eine Tourenfahrt für die Besitzer historischer oder zumindest alter Räder organisieren. Aber ohne die Eroica zu kopieren? Gibt es in unseren Breiten überhaupt genügend Interessenten? Fragen, die wir uns im Verein gerne einmal diskutieren sollten. 

Text: Bernd # Bilder & Video: Dejan Andric & Bernd

Der Everest bei Elbenberg

Corona und seine Folgen behindern das öffentliche Leben – stoppen können sie es nicht. Das hat die ZG Kassel schon mit ihrer RTF bewiesen. Die ev. Kirchengemeinde Elbenberg-Altendorf hat am Samstag, 29. August 2020, ihr eigentlich für 22. März geplantes Everesting-Event rund um Elben rollen lassen.

Die Idee: Mit ca. 10 Rad-Verrückten zusammen auf Forstwegen so viele Höhenmeter fahren, wie der Mount Everest hoch ist, also 8.848 m. Dabei Spenden für einen guten Zweck sammeln: das DRK Naumburg. Die Runde: 5 km mit 130 hm. Gemeldet waren 10 Starter von 16 bis 51 Jahren aus der näheren Umgebung, darunter auch Götz aus Wolfhagen von der ZG Kassel. Die Bikes: MTB vom Fully über einen Single-Speeder mit Starrgabel bis zum Gravel- bzw. Cyclocrosser.

Um 9.30 Uhr begann es mit der Einweisung für die Fahrer an der Kirche in Elbenberg. Einige Neugierige hatten sich versammelt, es wurden noch mehr. Mit dem Glockenschlag 10 Uhr klickten die Pedalen, Pfarrer Oliver Jusek als Veranstalter startete die Tour am tiefsten Punkt der Strecke. Sofort begann der Anstieg. Der war unrhythmisch, mal nur wenige Prozente, im unteren Teil drei kurze Rampe von bis zu 15 %, im letzten Stück auf gut 500 m immer über 7 % und bis zu 13 %. Da zerlegte sich das kleine Starterfeld gleich in der ersten Runde, manche ließen es ruhig angehen, andere hatten das Messer zwischen den Zähnen. Aber: Wie teilt man sich so eine Strecke ein? Locker beginnen, zum Ende schneller werden? Oder gleichmäßig im eigenen Tempo durchfahren?

Geplant hatte ich mit ruhigerem Beginn zum Kennenlernen der unbekannten Strecke, also gut 16 Minuten bei Runde 1, die nächsten dann um 15 Minuten, ab Runde 7 merkte ich die Höhenmeter in den Beinen, darauf Rundenzeit um 17 Minuten. Zehn Runden hatte ich mir vorgenommen und konnte diese in 2:43 h fahren, immerhin ein 18er Schnitt. Der fleißigste Fahrer schaffte 12 Runden, einige haben die Strecke immerhin siebenmal abgefahren.

Anfeuerung und Support an der Strecke gab es am höchsten Punkt im Wald und am tiefsten bei der Kirche. Bananen und Wasser wurde gesponsert, dazu für jeden Fahrer selbstgebackene Kekse aus dem Pfarrhaus und ein Goodie von Firma Rohloff.

Zum Ende ein Gruppenbild mit Fahrern und Bikes für die Presse, dazu die erfreuliche Info: insgesamt 11.960 hm gefahren und ca. 2.400 Spenden-Euro gesammelt. Zufriedenes Grinsen bei den Fahrern und einhellige Meinung: Corona? Klar, wir sind vorsichtig. Dieses Everesting-Event durch das schöne Nordhessen war großartig – mehr davon!

Text und Fotos: Götz J. Pfeiffer, www.gjpfeiffer.de

Schwerstarbeit bei den Deutschen

Die Deutschen Meisterschaften Straße am 23.08. hatten es in sich – der Kurs auf dem Sachsenring glänzte als echte »Berg-und-Talbahn«. Was für Rennwagen noch leicht zu bewältigen ist, war für die Fahrerinnen um Jasmin auf 100 Kilometern Renndistanz eine Großaufgabe – mehr als 2.000 Höhenmeter standen am Ende auf den Radcomputern. 

Die ersten 20 Runden auf dem etwa 3.7 Kilometer langen Kurs liefen in schnellem Renntempo, allerdings noch ohne größere Attacken von ganzen Gruppe. Lediglich einzelne Fahrerinnen versuchten ihr Glück in der Flucht nach vorn. Dennoch zeigte sich bereits hier die Härte des Kurses, eine Fahrerin nach der anderen musste das Rennen aufgeben.

Viel Arbeit leisteten die hessischen Fahrerinnen der RSG Gießen, bis dann die letzten 5 Runden das Zeichen für die Profis war, ernst zu machen. Jetzt wurden massive Attacken gefahren und die Hatz auf die flüchtigen Führenden startete. Jasmin konnte die ersten Attacken noch mitgehen, und fand sich dann in einer 4-er-Gruppe wieder, die am Ende 3 Minuten hinter der neuen Deutschen Meisterin Lisa Brennauer vom Profiteam Ceratizit-WNT ankam. Mit Platz 32 ein toller Erfolg der schnellste Nordhessin auf zwei Rädern und ihrem gesamten Wheel Divas-Team

Zeitfahren in Hessen

Da hat sich der Einsatz des Verbands doch mal richtig gelohnt. Dank dem HRV klappte es doch noch mit den Zeitfahrmeisterschaften der Nachwuchsklassen. Der sehr ebene Kurs in Einhausen ging für die Klassen inklusive der U15 und der weiblichen U17 mit einer Wende über 9,5 Kilometer, alle anderen Klassen mussten drei Mal durch die Wenden und hatten insgesamt 19,5 Kilometer zu bewältigen. Die äußeren Bedingungen waren bis auf die mächtige Hitze optimal, die Felder exklusiv besetzt. 

In der U15 ist Jan derzeit unser einziges Eisen im Feuer und er machte seine Sache prima. Mit einer Zeit um 15 Minuten fuhr er auf einen richtig guten 7. Platz. Und dazu zeigte die spätere Auswertung der Kilometer-Pace, dass er sich noch einmal zu den Trainingsergebnissen klar steigern konnte – wie übrigens alle anderen auch, was den Trainer immer glücklich macht. 

Dann die U17 weiblich. Wir werfen einen Blick auf die Startliste und entdecken drei mörderisch schnelle Mädels aus dem rheinland-pfälzischen Sportinternat und… weder Saarländerinnen noch weitere Hessinnen. Da die Fahrerinnen aus RLP in einer anderen Liga fuhren, war schon zum Start klar, dass es in Hessen eine Vereinsmeisterschaft geben würde. Los ging’s mit Nastassia und zwei Minuten später mit Annika. Nastassia fuhr wesentlich schneller, als in allen vorherigen Trainingssessions und kam nach 17:26 Minuten ins Ziel. Eine klare Minute schneller war Annika. Auch sie mit neuer persönlicher Bestleistung und damit neue Hessische Meisterin, oder? Sophie stand noch am Start als Letzte. Und nach einem schnellen Start ging die wilde Fahrt los – bis sie nach 3 Kilometer der Plattfuß ereilte. Aus der Traum. Dennoch rollte sie sehr nett von einer Bürstädter Trainerin begleitet ins Ziel und hatte daher kein »dnf« auf dem Zettel und durfte somit aufs Podium. Annika wurde dann auch noch das Trikot als Beste der U17 im Sparkassen Fördercup überreicht. Tolle Sache, Annika.

Dann die Jungs. Johann war leider nicht am Start, er muss ein zerstörtes Kreuzband wieder aufbauen. Extrem schade, gute Besserung. Dafür waren Karol, Gian-Luca und unser »Adoptivkind« Kevin von der MT mit von der Partie. Für Gian-Luca gleich der erste große Prüfstein in seiner ersten Saison nach bislang nur zwei kleineren Rennen im Rohloff-Cup. Mit einer 14er-Durchgangszeit lag er gleichauf mit 10 anderen Fahrern, dann aber musste er im letzten Viertel der Geschwindigkeit etwas Tribut zollen und kam mit 30:29 Minuten als 15. ins Ziel. Gefolgt von Kevin, der sich stark verbessert zeigte und an diesem Tag mehr als teuer verkaufte – da geht sogar noch mehr, sind wir uns sicher. Am Ende dann noch Karol. Seine Leistungsfähigkeit ist bekannt, leider konnte er an diesem Tag nicht alles zeigen, auch wenn auch er eine schnellere Pace als bei allen Trainings und dem Vorjahr zeigte. Am Ende Platz 9 mit einer Zeit von 29:08 Minuten. Dennoch gut gemacht, Karol, schon jetzt ans nächste Jahr denken, dann erneut zur Attacke blasen. 

Von der MT Melsungen hatten wir dazu noch Arne Wiedemann und Alexander Hart mit dabei. Arne kam sogar zwei Plätze vor Karol ins Ziel und unterstrich seine prima Form, die er in den vergangenen Rohloff-Cup-Läufen an den Tag legte. Und Alex fuhr immerhin unter 30 Minuten, für einen Sprinter-Typ eine richtig gute Leistung. Denn klar ist: Zeitfahren ist nichts für jeden Radsportler. 

Was wir in Nordhessen aus den Ergebnissen lernen und wir als ZG im Speziellen? Die Leistungsdifferenz zum Süden ist eindeutig und sie ist alles andere als klein. Schaut man etwa auf die SportlerInnen aus Rheinland-Pfalz, dann kann man nur den Hut vor deren Leistungen ziehen. Daher gilt es, dass wir uns noch mehr anstrengen, um den Abstand zu verkleinern. Dafür müssen wir weiter in der Breite für unseren Sport werben und dann mit etwas Glück immer mal wieder den Einen oder die Eine präsentieren, welche die Jungs und Mädels aus Südhessen zumindest ärgern können. Aber immer mit Vorsicht: Wir als ZG wollen keine SportlerInnen auf dem schnellen Weg zu maximaler Leistung »verbrennen«, sondern langfristig für den Radsport gewinnen. Und es soll – nein, es muss – Spaß machen. Ohne den nämlich ist das alles nichts.