Cebula und Hutschenreuter auf 2

Der Rohloff-Cup der Zweirad-Gemeinschaft Kassel ist in diesem Jahr ein Anziehungspunkt für Rennfahrer und Rennfahrerinnen aus der gesamten Republik. Dies war auch beim Rennen am 28 Juli der Fall. Exzellent besetzte Startfelder verlangten von den Aktiven alles ab, es wurde mit einer enorm hohen Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren.


Als Erstes gingen die Senioren 2 mit 40 zu fahrenden Runden sowie die Senioren 3 mit 35 zu fahrenden Runden ins Rennen. Kurz darauf folgte die U17 mit der längsten Renndistanz. Mit dem Startschuss zog das Feld der U17 mit maximaler Leistung nach vorne, um die Senioren zu erreichen. Und da diese sich noch orientierten, kam es schnell zum Zusammenschluss und einem einzigen großen Feld. Danach wurde es richtig schnell. Wie in den Rennen zuvor, zeigte sich Holger Wiegmann von der ZG Kassel extrem angriffslustig und versuchte sich in einer Vielzahl von Attacken.


Richtig wirksam wurde aber dann erst der Ausreißversuch des Pfälzers Erik Danner vom gleichnamigen Rennstall. Der Senioren 3-Fahrer von der Südlichen Weinstraße machte sich mit den beiden jüngeren, Hans Hutschenreuter von der MT Melsungen und Daniel Höhn vom RSG Riedberg auf den Weg. Beide hatten sich bereits in den vorherigen Rennen nichts geschenkt und den Sieg in der Senioren 2-Klasse unter sich ausgemacht. So auch an diesem Tag. Am Ende war es erneut eine knappe Entscheidung. Hutschenreuter musste Höhn den Sieg überlassen und im Schlepptau der beiden fuhr Danner ungefährdet zum Sieg der Senioren 3. Im Feld selbst wurde während der gesamten Rennzeit viel dafür getan, den Vorsprung der drei Ausreißer nicht zu groß werden zu lassen oder gar noch schlimmer – frühzeitig überrundet zu werden. Diesem hohen Tempo waren nicht alle gewachsen, so stiegen einige Fahrer aus dem Rennen aus.


Das exzellent besetzte Feld der U17 konnte bis zuletzt das Renntempo mitgehen. Besonders der Rheinland-Pfälzer Max Bock von der RFG Guntersblum versuchte sich in der Tempoarbeit und riss für mehrere Runden aus dem Feld aus, konnte aber wieder gestellt werden. Im Schlusssprint hatte Bock dann letztlich das bessere Ende vor Karol Cebula von der ZG Kassel für sich. Für Cebula gilt nun alle Aufmerksamkeit den folgenden Rennen in Offenbach sowie dem internationalen Starterfeld beim Etappenrennen in Ronneburg.

Die Ergebnisse

U17

1. Max Bock, RFG 1984 Guntersblum; 2. Karol Cebula, Zweirad-Gemeinschaft Kassel, 3. Valentino Bidmon, RSV Lutherstadt Wittenberg, 4. Ferdinand Beirig, TGV Schotten; 5. Mardius Müller, RSV Lutherstadt Wittenberg; 6. Sven Tempel SV Grün Weiß Wittenberg Piesteritz, 7. Moritz Martin, Harzer RSC Wernigerode

Senioren 2

1. Daniel Höhn, RSG Riedberg; 2. Hans Hutschenreuter, Melsunger TG; 3. Roman Nowak, RSV Gütersloh; 4. Danny Götze, Team Ur-Krostitzer VERMARC; 5. Alexander Koop, RV 1904/27 Gießen Kleinlinden; 6. Mirco Holzhauer, Melsunger TG; 7. Andreas Peppel, RSC 1984 Betzdorf

Senioren 3

1. Erik Danner, Radteam Danner; 2. Harry Kühnelt, Team Ur-Krostitzer VERMARC; 3. Bernd Brune, RSV Gütersloh; 4. Viktor Slavik, RV 1899 Kassel; 5. Guido Tersteegen, Turnerschaft Harburg; 6. Uwe Zenker, RSC Zweibrücken; 7. Carsten Gottschalk, LEEZE Vermarc Racing Team; 8. Martin Hofacker, RSC Mars-Rotweiss 02 Frankfurt; 9. Tatsuto Nakamura, Radsportteam Taunus-Express Kelkheim; 10. Jörg Winzen Radtreff Campus Bonn; 11. Rüdiger Conrad, Harburger Radsportgemeinschaft; 12. Davide Brunati, Melsunger TG; 13. Holger Wiegmann, Zweirad-Gemeinschaft Kassel; 14. Thorsten Klassen, Turnerschaft Harburg; 15. Claus Peppel, RSC Mars-Rotweiss 02 Frankfurt; 16. Andreas Huth, Radsportclub Nordsachsen; 17. Ulli Welke, KSV Baunatal; 18. Gerald Meiß, Rad-Sport-Club Bad Homburg

Ganz ohne Schrecken

RTF in Schrecksbach, bestens organisiert von der dortigen Radsportgruppe im VfB. Johanna und Roman machten sich um 8:30 Uhr auf die Räder und auf die 110km-Strecke. 

Bedeckter Himmel, knapp 20 Grad, feines Radwetter. Entsprechend gut rollte es an. Die Tour ging über verschlafene Dörfer und Seitenstraßen mit so gut wie keinem Pkw-Verkehr. So macht das Spaß. Nach der ersten Kontrollstelle konnten wir uns an eine Gruppe andocken. „Wo kommt ihr her?“ Was fahrt ihr?“ – etwas Smalltalk und dazu das mittlerweile übliche „bis wohin unterstützt denn der Motor?“, denn wir waren doch schön flott unterwegs. Und erstaunlich, dass ein E-Antrieb von manchen der RTF-Hardcore-Profis immer noch mit einem abschätzenden Blick wahrgenommen wird. 

Nach jedem kleinen Anstieg das gleiche Bild: Johanna und Roman sind kurz vor der Kuppe, nehmen raus und kurze Zeit später beamt sich das grüne Trikot an uns vorbei – wir warten auf den Rest, dachten, das würde man so machen. Passte aber wohl irgendwie nicht in die Tour-Taktik des Leaders. Und: Wer will sich schon von einer Frau und einem komischen Typen mit E-Bike abhängen lassen? Ok, wir hatten verstanden, hingen uns artig bis zum nächsten Kontrollpunkt an die schweigende 1er-Reihe hinten an und ließen danach den Team-Captain vom Cannondale-Team seine Truppe alleine ins Ziel bringen; manche machen eben aus einer RTF ein Rennen. Nicht schlimm, wenigstens wir hatten jede Menge Spaß und es gab eh noch genug zu quatschen. Also weiter. 

Perfektes Timing dann am Ende von uns: Einfahrt ins Ziel, der letzte Stempel und dann 1x Pommes, 1x Wurst und 2x alkfreies Sponsorenbier. Und schon fängt der Regen an. Gut aber für alle, die noch auf der Strecke waren – es schauerte nur wenige Minuten. Für uns war noch Zeit für Kaffe und Kuchen. Dann noch schnell das obligatorische Kuchenblech für die Lieben zu Hause einpacken lasen und heimwärts. Insgesamt eine tolle Veranstaltung. RTF kann man wirklich jedem und jeder ans Herz legen. Ihr seht viel Neues, braucht keine Navi und werdet verpflegt. Geht kaum besser. 

Was gab’s als Verpflegung?

Eingepackte Schokobrötchen, salzige Cracker, ein paar Riegel und noch Apfelschnitzen sowie Bananen. Dazu Wasser, Iso oder A-Saft-Schorle und Nachfüllwasser für die eigenen Flaschen. Die Marathonis bekamen am Kontrollpunkt 3 lecker Nudeln – bei dem Startgeld darf das sicher auch. 

Rohloff-Cup verschoben

Die neuen Corona- Vorgaben gelten bis zum 18. April. Daher ist im April nicht mehr mit einer Freigabe zu rechnen. Wir wollen die April- Termine nicht streichen, sondern verschieben. Sollte auch im Mai kein Rennsport möglich sein, werden wir alle Termine bis Ende Mai streichen. Ein Verschieben ist dann nicht mehr möglich.

Terminveränderungen  April/ Mai/ Juni

Rennen 1/1Alt 07.04.Verschoben aufSamstag,  15.05., 18:00 Uhr
Rennen 2/1Alt 21.04Verschoben aufMittwoch, 02.06., 19:00 Uhr
Rennen 3/1Alt 28.04Verschoben aufSamstag,  29.05., 18:00 Uhr

Rennen 1/2 bleibt auf seinem Termin, Mittwoch 05. 05. 

Die Meldungen und die Meldelisten behalten Ihre Gültigkeit.

Wir bitten die bereits gemeldeten Teilnehmer, sich ggf. abzumelden oder einen Ersatzmann, eine Ersatzfrau zu melden. Meldeliste R1/1 ist bereits geschlossen. Die Meldelisten für die Rennen 2/1, 3/1 und 1/2 sind noch offen. Alle weiteren Termine, Mai, Juni, Juli, August bleiben vorerst.

Die Ausschreibungen für die Rennen  2/2, 3/2, 4/1 und 2/3 folgen in Kürze.

Abgelehnt

Nach der coronabedingten Absage unseres Cross-Rennens hat es nun eine weitere potenzielle Veranstaltung nicht auf die Zielgerade geschafft. Wir hatten uns auf die DM Kriterium beworben. Diese Veranstaltung war für Elite Amateure und Amateure ausgeschrieben, aber nicht für Frauen. Ein Unding, wie wir meinen. Wenn schon die Amateure eine DM bekommen, dann hätten es die Frauen umso mehr verdient. 

Aus diesem Grunde haben wir uns für die Ausrichtung der DM beworben, aber nur unter der Bedingung, dass auch ein Frauentitel ausgefahren wird. Diese Notwendigkeit sah mal wohl beim BDR so nicht und schickte uns eine Absage. 

Das ist sehr schade, denn wir hätten uns um einen attraktiven Innenstadtkurs bemüht und dieses eine Rennen mehr wäre auch vom Aufwand überhaupt kein Problem gewesen. Und auch, wenn die Chance auf eigene RadsportlerInnen in Blau und Gelb bei einem solchen Heimrennen für uns nicht überdurchschnittlich hoch waren, hätten wir uns wie Bolle über eine Ausrichtung gefreut. Nun gut, es hat nicht sollen sein. 

Besonders schade aber ist das für all die radsportbegeisterten Frauen in der Republik. Was mögen die denken? Wie kann man sie überhaupt bei einem solch neuen Format einfach „vergessen“? 

Wir als Verein mit einer Vielzahl an eigenen Veranstaltungen pro Jahr wissen, dass man es nicht allen Recht machen kann, dass Fehler passieren und das man einfach auch mal ganz weit mit seinen Entscheidungen daneben liegen kann. Alles verständlich und gleichzeitig auch verschmerzbar, wenn es eingesehen und entsprechend gehandelt wird. Es menschelt eben überall – und das ist auch gut so. Insofern hätten wir uns gewünscht, dass die Frauen noch zu ihrem Recht gekommen wären. Dafür hätte es sicher kaum einen zusätzlichen Aufwand gebraucht; sowohl für die Ausrichter der Qualifikationsrennen, als auch dem der finalen DM-Läufe. „Einfach mal machen“ wäre das Gebot der Stunde gewesen. Und alles wäre gut geworden.

Übrigens: Damit uns als Verein ein solcher bitterer Fauxpas nicht passiert, werden wir bei der kommenden Jahreshauptversammlung eine zusätzliche Stelle für den Frauenradsport installieren, die dann selbstverständlich von einer Frau besetzt werden wird. 

Wir drücken allen Veranstaltern und den Aktiven für diese DM die Daumen und für alle Radsportlerinnen hoffen wir, dass in Zukunft alles besser wird. 

Eroica Germania

Gerade Rohloff-Cup und die Reinhardswald-Rundfahrt abgehakt, ging es zum Kurzurlaub in den Rheingau. Eine sehr schöne Gegend. Am Samstag, 22. August fand dort die dritte Auflage der Eroica Germania statt. Mit dem Bauer-Rad „Modell des Weltmeisters“ fuhr ich die mittlere Runde über 77 km und 1.400 Höhenmeter

Gestartet wurde im Garten des Baron Knyphausen in Eltville am Rhein. Von dort ging es über Wirtschaftswege an Oestrich-Winkel und Presberg vorbei Richtung Ramschied/Bad Schwalbach, Fischbad und Schlangenbad. Zwischendurch immer Wahnsinns-Ausblicke auf das Rheintal, Burgen und Schlösser und auf die Weinberge. Am Schluss noch eine Runde um Kiedrich, wo wir eine Ferienwohnung hatten. Ich drücke mich bewusst vage aus, es gab nämlich keine Karte. Dafür war die Strecke absolut perfekt und quasi »deppensicher« ausgeschildert. Am Vortag waren es noch 38 Grad, nach Kaltfront und nächtlichem Regen gab es bei rund 22 Grad optimale Bedingungen fürs Radfahren. Die Strecke: Einige wenige Landstraßen, asphaltierte oder betonierte Wirtschaftswege und befestigte (geschotterte) Waldwege, die gefühlt etwa 30 % der Strecke ausmachten. Laut Veranstalter gab es Corona-begrenzte 500 Teilnehmer. Organisatorisch wurden die Corona- Schutzmaßnahmen perfekt umgesetzt.

Ist die Eroica eine RTF mit alten Rädern? 

Obwohl die Germania 2020 erst meine vierte derartige Veranstaltung ist, ein klares Nein. Mehr eine anspruchsvolle Gravel-Veranstaltung ohne Wettkampfcharakter aber mit der starken Intention, den Radfahrern die Schönheit der Landschaft nahe zu bringen. Das Geländeprofil und der Zustand der Wege fordern den Fahrern und Fahrerinnen ein hohes Maß an Fahrkunst und Fitness ab.

Ist ein Startgeld von 80 Euro angemessen?

Für diese Germania 2020 zumindest nicht. In den beiden Verpflegungskontrollen gab es ein Angebot, das kaum über dem unserer ZG-RTF in „Friedenszeiten“ lag. Aber wir sind in diesem Jahr hierfür ja auch kritisiert worden. Alles Corona also? Im Start- und Zielbereich ging es auch recht sparsam zu.

Wie ist die Germania einzuordnen? 

Zum zweiten oder dritten Mal habe ich Peter Frohnmeyer vom KSV Auedamm bei einer Eroica getroffen, er hat reichlich Erfahrung mit diesen Veranstaltungen. Seiner Meinung nach sind die italienischen „Eroicen“ Gajole und Montalcino die schwersten, danach die Eroica Germania und die Eroica Limburg.

Können wir so etwas auch? 

Ist das System Eroica in Italien vielleicht noch darauf aus, „weiße Strassen“ zu fördern, will man mit anderen Veranstaltungen sicher Geld verdienen. Das ist legitim. Jedermann-Rennen funktionieren genau so. In Eltville kam wohl ein Teil der Organisation aus Berlin (Franchise?), der andere Teil aus dem Rheingau. Wer RTF kann, kann auch eine Tourenfahrt für die Besitzer historischer oder zumindest alter Räder organisieren. Aber ohne die Eroica zu kopieren? Gibt es in unseren Breiten überhaupt genügend Interessenten? Fragen, die wir uns im Verein gerne einmal diskutieren sollten. 

Text: Bernd # Bilder & Video: Dejan Andric & Bernd

Der Everest bei Elbenberg

Corona und seine Folgen behindern das öffentliche Leben – stoppen können sie es nicht. Das hat die ZG Kassel schon mit ihrer RTF bewiesen. Die ev. Kirchengemeinde Elbenberg-Altendorf hat am Samstag, 29. August 2020, ihr eigentlich für 22. März geplantes Everesting-Event rund um Elben rollen lassen.

Die Idee: Mit ca. 10 Rad-Verrückten zusammen auf Forstwegen so viele Höhenmeter fahren, wie der Mount Everest hoch ist, also 8.848 m. Dabei Spenden für einen guten Zweck sammeln: das DRK Naumburg. Die Runde: 5 km mit 130 hm. Gemeldet waren 10 Starter von 16 bis 51 Jahren aus der näheren Umgebung, darunter auch Götz aus Wolfhagen von der ZG Kassel. Die Bikes: MTB vom Fully über einen Single-Speeder mit Starrgabel bis zum Gravel- bzw. Cyclocrosser.

Um 9.30 Uhr begann es mit der Einweisung für die Fahrer an der Kirche in Elbenberg. Einige Neugierige hatten sich versammelt, es wurden noch mehr. Mit dem Glockenschlag 10 Uhr klickten die Pedalen, Pfarrer Oliver Jusek als Veranstalter startete die Tour am tiefsten Punkt der Strecke. Sofort begann der Anstieg. Der war unrhythmisch, mal nur wenige Prozente, im unteren Teil drei kurze Rampe von bis zu 15 %, im letzten Stück auf gut 500 m immer über 7 % und bis zu 13 %. Da zerlegte sich das kleine Starterfeld gleich in der ersten Runde, manche ließen es ruhig angehen, andere hatten das Messer zwischen den Zähnen. Aber: Wie teilt man sich so eine Strecke ein? Locker beginnen, zum Ende schneller werden? Oder gleichmäßig im eigenen Tempo durchfahren?

Geplant hatte ich mit ruhigerem Beginn zum Kennenlernen der unbekannten Strecke, also gut 16 Minuten bei Runde 1, die nächsten dann um 15 Minuten, ab Runde 7 merkte ich die Höhenmeter in den Beinen, darauf Rundenzeit um 17 Minuten. Zehn Runden hatte ich mir vorgenommen und konnte diese in 2:43 h fahren, immerhin ein 18er Schnitt. Der fleißigste Fahrer schaffte 12 Runden, einige haben die Strecke immerhin siebenmal abgefahren.

Anfeuerung und Support an der Strecke gab es am höchsten Punkt im Wald und am tiefsten bei der Kirche. Bananen und Wasser wurde gesponsert, dazu für jeden Fahrer selbstgebackene Kekse aus dem Pfarrhaus und ein Goodie von Firma Rohloff.

Zum Ende ein Gruppenbild mit Fahrern und Bikes für die Presse, dazu die erfreuliche Info: insgesamt 11.960 hm gefahren und ca. 2.400 Spenden-Euro gesammelt. Zufriedenes Grinsen bei den Fahrern und einhellige Meinung: Corona? Klar, wir sind vorsichtig. Dieses Everesting-Event durch das schöne Nordhessen war großartig – mehr davon!

Text und Fotos: Götz J. Pfeiffer, www.gjpfeiffer.de